Der KAB-Kreisverband Kemnath-Marktredwitz hatte zu einem Bildungstag ins Pfarrheim in Brand eingeladen. Zahlreiche Interessierte nahmen daran teil. Am Vormittag beschäftigten sich die Teilnehmer mit dem Thema „Auf den Spuren der Zisterzienser – Wie nachhaltig lebten und wirtschafteten sie?“. Referentin Martina Zanner, Projektmanagerin des Europäischen Kulturerbe-Siegels „Zisterziensische Kloster- und Kulturlandschaft im Stiftland“, stellte das jahrhundertelange Wirken des Ordens vor und schlug den Bogen zur heutigen Bedeutung von Nachhaltigkeit. Sie erläuterte, dass die Zisterzienser bei ihren Klostergründungen großen Wert auf Eigenwirtschaft legten. Dafür mussten sie die natürlichen Gegebenheiten der jeweiligen Region berücksichtigen. Im Stiftland führte dies vor allem zum Ausbau der Teichwirtschaft, die wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg des Ordens beitrug. Im Laufe der Zeit veränderten sich jedoch die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die Mönche mussten sich daher von einem ursprünglich einfachen und bescheidenen Klosterleben lösen. Diese Anpassungen waren notwendig, um den Fortbestand der Abtei zu sichern. Besonders deutlich wurde dies in der Barockzeit. Damals entstanden nicht nur repräsentative Klosteranlagen, sondern auch eine barocke Umgestaltung der gesamten Klosterlandschaft. Mit eindrucksvollen Bauwerken wurde unter anderem der Sieg der Gegenreformation und der Anspruch als reichsunmittelbares Kloster zum Ausdruck gebracht. Zum Abschluss ging die Referentin auf die Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen sowie auf das internationale Netzwerk „cistercapes“ ein. Die Abtei setzt mit ihrem Kultur- und Bildungszentrum wichtige Impulse in der Umweltbildung. Zudem wurden durch das transnationale Netzwerk zahlreiche Wanderangebote geschaffen. Ziel ist es, das Erbe der Zisterzienser nachhaltig erlebbar zu machen und dessen Wirkung langfristig zu bewahren. Am Nachmittag sorgte Anni Lautenbacher aus Wunschenberg mit „Heiteren Geschichten aus dem Leben“ für beste Unterhaltung und viele Lacher. Der Bildungstag klang bei Kaffee und Kuchen in gemütlicher Runde aus.