So richtig toll läuft es eigentlich nicht für den frisch geschiedenen Antiquitätenhändler Raimund Brandstätter, der eigentlich der mit neuem Lebensmut und neuer Freundin durchstarten will. Das Familienglück auf einem alten Bauernhof mit der neuen Freundin hat er sich etwas anders vorgestellt. Die Geschäfte kommen nicht in Schwung, Chaos statt Ruhe, Eifersucht statt Romantik und dann kreuzt noch die Ex mit Ex-Schwiegermutter im Schlepptau auf. Das Durcheinander nimmt seinen Lauf in der bayerischen Erfolgskomödie „Wenn’s lafft, dann lafft’s“ von Cornelia Willinger. Einmal mehr bewies die Theatergruppe der Kolpingsfamilie Schnaittenbach ihr feines Gespür für volkstümlichen Humor und temporeiche Bühnenunterhaltung. Das Lustspiel, bekannt aus dem Komödienstadel, lebt von seinen pointierten Dialogen, scharf gezeichneten Figuren und einer Handlung, in der ein kleines Dorf zur großen Bühne menschlicher Schwächen wird. Missverständnisse, familiäre Verwicklungen und Liebes- wie Lebenspläne lassen alles aus den Fugen geraten und enden letztendlich amüsant und versöhnlich, trotz aller Turbulenzen.
Peter Kraus spielte den Antiquitätenhändler mit sichtlicher Spielfreude; die Rolle schien ihm wie auf den Leib geschrieben. Zwischen großspurigen Plänen und wachsender Verzweiflung über finanzielle Schieflagen traf er stets den richtigen Ton - mal polternd, mal selbstironisch, aber stets authentisch. Als neue Liebe Mona Leitgeb brachte Marina Perlinger eine wohltuende jugendliche Frische ins Geschehen. Mit natürlicher Ausstrahlung und lebendigem Spiel setzte sie einen sympathischen Gegenpol zu den zunehmend chaotischen Verwicklungen. Eine bemerkenswerte Premiere gelang Maria Gress als Ex-Frau Elisabeth. Erstmals auf dieser Bühne, wirkte sie erstaunlich sicher und setzte mit klarer Bühnenpräsenz und feinem Gespür für Timing pointierte Akzente. Als Schwiegermutter Alexis überzeugte Katja Meier mit routinierter Darstellung und bissigem Witz. Ihre scharfzüngigen Kommentare saßen, ihre Mimik sprach Bände. Lukas Pilz spielte die Figur Karl Huber solide und verschmitzte Schlitzohrigkeit hat der Rolle Profil und komödiantische Schärfe verliehen. Eine besondere Note erhielt die Inszenierung durch Jürgen Meier, der nicht nur Regie führte, sondern auch als Pfarrer Haslwanter auf der Bühne stand. Mit trockenem Humor und spürbarer Bühnenpräsenz setzte er immer wieder gelungene Akzente. Als Dorfkinder erklärten Rosalie und Vitus Meier, was während den Zeitsprüngen passiert und gab dem Publikum humorvoll eine zeitliche Orientierung des Geschehens.
Insgesamt präsentierte die Theatergruppe der Kolpingsfamilie Schnaittenbach einen unterhaltsamen, kurzweiligen Abend, bei dem Tempo, Wortwitz und Ensemblegeist stimmten. Das Publikum dankte es mit herzlichem Lachen und langanhaltendem Applaus – ganz im Sinne des Titels: Wenn’s lafft, dann lafft’s.