Mit einer Spende von 600 Euro hat der KAB-Kreisverband Nordoberpfalz ein bewusstes Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gelebte Verantwortung gesetzt. Kreisvorsitzender Hermann Stadler, Kreisvorsitzende Elisabeth Bauer und Petra Dötsch überreichten den Betrag im Frauenhaus Weiden. Begleitet wurden sie bei dem Termin von Jürgen Dötsch, Wolfgang Gleißner und Diözesansekretär Markus Nickl.
„Wir wollen nicht nur reden, sondern helfen“, sagte Stadler bei der Übergabe. Für den KAB-Kreisverband gehöre es zum Selbstverständnis, Verantwortung in der Region konkret wahrzunehmen. Deshalb unterstützt der Verband immer wieder Projekte und Institutionen, insbesondere im sozialen Bereich. Die Spende war von der Vorstandschaft in einer Sitzung beschlossen worden. Das Geld stammt aus Erlösen von Veranstaltungen.
Seit 30 Jahren bietet das Frauenhaus Weiden Frauen und ihren Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, Schutz, Beratung und neue Perspektiven. Die Einrichtung ist rund um die Uhr erreichbar und hält einen anonymen Zufluchtsort bereit. Dort finden Betroffene nicht nur Sicherheit, sondern auch Unterstützung bei der Existenzsicherung, bei Behördengängen und in Fragen rund um die mitbetroffenen Kinder. Ziel ist es, den Frauen und Kindern einen Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu eröffnen. Auch Frauen, die nicht im Haus wohnen, können die ambulanten Beratungsangebote telefonisch oder persönlich nutzen.
Leiterin Enikö Nagy und Praktikantin Tabea Schertl dankten für die Unterstützung. Die Hilfe komme unmittelbar den Bewohnerinnen und ihren Kindern zugute. Zugleich verwies sie auf die wachsende Bedeutung solcher Einrichtungen. Die Zahl der hilfesuchenden Frauen steige. Um dem Bedarf gerecht zu werden, brauche es neben einem hohen persönlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen auch verlässliche finanzielle Unterstützung und eine bessere personelle Ausstattung.
Das Team des Frauenhauses setzt sich zugleich dafür ein, das öffentliche Bewusstsein für häusliche Gewalt zu stärken. Denn noch immer fehle Betroffenen häufig die notwendige Rückendeckung aus dem sozialen Umfeld. Denn wenn das soziale Umfeld (Freunde, Familie) oder Behörden die Täter-Opfer-Umkehr übernähmen, entziehe das Betroffenen die notwendige Rückendeckung.
Für den KAB-Kreisverband Nordoberpfalz war die Spendenübergabe deshalb mehr als ein symbolischer Termin. Sie war Ausdruck einer Haltung: hinschauen, Verantwortung übernehmen und dort helfen, wo Unterstützung dringend gebraucht wird.