Nicht nur ein „herzschmerziges Hallelujah“ widmeten Johanna Gerber und Andreas Demleitner all jenen, die im vergangenen Jahr einen runden Geburtstag oder ein Ehejubiläum gefeiert haben. Zwei Stunden gab das Akustik-Duo „Tunes for Two“ in der Aula der Markus-Gottwald-Schule den Ton an. Die Veranstaltung, zu der Bürgermeister Marcus Gradl zum dritten Mal geladen hatte, glich einer Bürgerversammlung. Gradl begründete sie damit, dass bei einem offiziellen Termin weder Bürgermeister noch Pfarrer in den Familien für Stress sorgen wollen. „Sie haben der Gemeinschaft viel gegeben“, bescheinigte er den Gästen, rief zu einem genussvollen Nachmittag mit „Tunes for Two“ auf und hieß mit der Anmerkung „das ist schon mal eine Hausnummer“ die 100-jährige Justine Hupp willkommen. Den stehenden Applaus begleitete das Duo mit „Zum Geburtstag viel Glück“.
Die Melodienreise, die Gerber bei tänzerischen Ambitionen kommentarreich begleitete, begann stimmungsvoll im Hawaii der 1960er Jahre. Das Duo versprühte Spielfreude und Emotionen und nahm Elvis Presley zu Hilfe, als es sich insbesondere den Ehejubilaren zuwandte: „Cant’t Help Feeling in Love With You“. Diesen Schwung nahm es mit zur„Münchner Freiheit“ mit dem Bekenntnis: „Alles was ich will bist du“. Nach nächtlichen Sehnsüchten mit dem Bekenntnis „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ reiste das Akustik-Duo weiter nach Wien. Regte Peter Cornelius mit der „Klanen mit blauen Augen“ zum Klatschen, Mitsingen und sogar zu einer Tanzeinlage an, erinnerte Johanna Gerber mit Sprachvariationen wie Expresso und Tschianti an Italien-Reisen und holte sich mit Regina Lober zu Ray Charles‘ „Hit The Road Jack“ eine sangesfreudige Jubilarin mit ans Mikrophon. Auferstehung feierte stimmgewaltig das berühmte Vokal-Motiv „Oh Wimba Way“aus dem weltberühmten Song „The Lions Sleeps Tonight“. Die Aula wurde zu einem Zulu-Kral.
Für die musikalische Rückschau auf vergangene Jahrzehnte hatte das Duo neben Henri Valentinos „Im Wagen vor mir“, Nina Hagens „Micha, mein Micha, du hast den Farbfilm vergessen“ und Holly Williams‘ „Mama“ mit viel Gefühl und ausdrucksstark den Freund „Großvater“, Country-Songs und das Bekenntnis „Z’sam old wern mit dir“ stimmlich und emotionell in ihr Repertoire aufgenommen. Würdigte Bürgermeister Gradl die sängerische Leistung Gerbers und sprach von einer gewinnbringenden Veranstaltung für die Stadt, dankte Seniorenbeauftragter Klaus Lehl für diese „künstlerische Veranstaltung“.