Pfarrkirche und Kriegerdenkmal wurden zu Stätten des Erinnerns und des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Seine Gedanken an 80 Jahre Kriegsende und 70 Jahre seit Gründung der „Armee des Friedens“ bereicherte Pfarrer Johannes Bosco Ernstberger mit testamentarischen Texten, denen er Aktualität beimaß. Den Gläubigen gab er die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung als „Bürgerpflicht“ auf.
Im Volkstrauertag, „der uns inne halten lässt und uns vor Augen führt, wie eng Gegenwart und Vergangenheit miteinander verwoben sind“, sah Marcus Gradl den Anlass, die Vergangenheit zu befragen und Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Die Stille des Augenblicks erinnere daran, wie laut das Leid einst war. Der Bürgermeister beschrieb es mit den Worten: „Das Dröhnen der Geschütze, der Ruf der Verzweiflung, das Schweigen derer, die nicht zurückkehrten.“ Im Gedenken dieses Tages sah er keine Pflichtübung, vielmehr einen Ausdruck tiefster Menschlichkeit. Denn wer sich erinnere, verleihe den Toten Würde, wer trauert zeige Anteilnahme und wer mahne, der übernehme Verantwortung für Gegenwart und Zukunft. Frieden war für ihn kein Zustand, der sich von selbst erhält. Im Volkstrauertag sah er einen Appell zum Frieden, zum Mut, Brücken zu bauen, Menschlichkeit zu zeigen und demokratische Werte zu bewahren.
Das Kriegerdenkmal war für Andreas Betzl ein Ort, der still, aber eindringlich zeige, wie kostbar Frieden ist. Der Vertreter des Bayerischen Soldatenbundes verglich Frieden mit einer zarten Pflanze, die leicht zerbricht, wenn wir nicht auf sie achten. Die Bürger sah er dazu verpflichtet Demokratie zu verteidigen, die uns Freiheit, Sicherheit und Vertrauen schenkt, jedoch nicht mit schönen Worten, sondern mit Mut, Haltung und Aufmerksamkeit. Wie schnell Frieden ins Wanken geraten kam, verband er mit dem brandaktuellen Thema Wehrpflicht und erinnerte daran: „Viele möchten es nicht wahrhaben, aber die Bundeswehr und die Wehrpflicht haben früher viel für unsere Gesellschaft getan. Sie haben junge Menschen zusammengebracht und Werte vermittelt wie Verantwortung, Disziplin und das Bewusstsein für die Bedeutung von Frieden und Freiheit.“
Die Gedenkstunde unter Beteiligung einer starken Abordnung der US-Partnereinheit (Airborne) und der örtlichen Vereine mit ihren Fahnen wurde begleitet von Gebeten durch Pfarrer Pater Johannes und Diplom-Religionspädagogin Lydia Engelhardt, Ehrensalut-Schüssen und mehreren Beiträgen der Stadtkapelle.