Die Evang. Kirchengemeinde Schwarzenfeld lud am Sonntag zu einer Geistlichen Abendmusik ein, zu einem Streifzug durch fünf Jahrhunderte Kirchenmusik. Die Musikerinnen und Musiker aus der eigenen Kirchengemeinde boten ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm.
Schwungvoll eröffnete der Posaunenchor Schwarzenfeld unter Leitung von Renate Oppelt die Stunde mit „The Beginning“, einem modernen, rhythmisch geprägten Arrangement von Michael Schütz, bevor Diakon Jürgen Weich die zahlreichen Zuhörer begrüßte. Gleich danach stand das inzwischen weithin bekannte Lied „Ich lobe meinen Gott“ auf dem Programm, das der Posaunenchor mit einem zunächst ruhigen Vorspiel von Richard Roblee einleitete, welches aber dann in schnelles Tempo und jazzige Rhythmen umschlug. Die Bläser hatten sichtlich Freude dabei. Anschließend stimmten die Zuhörer in die Strophe kräftig mit ein.
Das folgende kraftvolle „Präludium in D“ von Andreas Hantke, einem in München lebenden Kirchenmusiker, wurde ausdrucksstark von Erwin Oppelt an der Orgel interpretiert. Die Reihe der modernen Stücke wurde fortgesetzt mit dem Bläsersatz „On my way to heaven“ von Ralf Grössler, bevor Diakon Weich in eine ganz andere Stilepoche einleitete:
Aus Anlass des 500. Geburtsjahres von Giovanni Pierluigi Palestrina wurden zwei Stücke dieses italienischen Komponisten ins Programm aufgenommen. Der Posaunenchor brachte das „Adoramus te Christe“ zu Gehör und auf der Orgel erklang ein „Moderato in G“. Die Zuhörer wurden damit klanglich in die Zeit der Hochrenaissance entführt.
„Canzoni per sonare“ von Girolamo Frescobaldi (1583-1643) leitete anschließend in die Barockzeit über. Wuchtig und klangstark füllte das doppelchörige Werk für Posaunenchor und Orgel das Kirchenschiff aus. Einen starken Kontrast dazu mit zarten Klängen bildete danach das „Konzert in A-Moll“ für Violine und Orgel von Antonio Vivaldi, virtuos gespielt von Wiebke Schieder auf der Geige und begleitet von Erwin Oppelt. Jetzt waren die Zuhörer wieder eingeladen, das Lied „Mein schönste Zier“ mitzusingen. Nach dem Vorspiel des Posaunenchores, das kunstvoll auf die Melodie hinführte, wechselten sich Orgel und Bläser mit der Begleitung der Strophen ab. Im anschließenden Orgelchoralvorspiel „Nun lob mein Seel den Herren“ von Johann Gottfried Walther, einem Zeitgenossen und Freund Joh. Seb. Bachs, hatte der Komponist gekonnt die Melodie abwechselnd im Bass und im Sopran verarbeitet.
In der ruhigen, getragenen „Ballade“ von Traugott Fünfgeld hatte der Tenor souverän die Führung. Der Posaunenchor wechselte damit stilistisch wieder in die Neuzeit.
Nach dem Abendsegen, gesprochen von Diakon Weich, klang das Programm mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Gott segne dich“ aus, abwechselnd von Orgel und Bläsern begleitet. Die Zuhörer dankten mit einem langanhaltenden Applaus für den niveauvollen und musikalisch vielfältigen Abend und forderten noch eine Zugabe.