Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Kulturbühne im Ackerbürgerhaus beim Auftakt der diesjährigen Stiftlandtage der IKom Stiftland. Unter dem Motto „Das Stiftland singt und erzählt“ erlebten die Besucher einen unterhaltsamen Abend, bei dem Musik, Geschichten und gelebte Heimat im Mittelpunkt standen. Die Veranstaltung war zugleich die erste von insgesamt zehn Veranstaltungen der diesjährigen Stiftlandtage.
Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten der Chor des OWV Bärnau und die Verblecher. Dabei gab es für den OWV besonderen Grund zum Feiern: Gemeinsam mit seiner Musikgruppe blickt der Chor des OWV Bärnau in diesem Jahr auf 50 Jahre musikalisches Wirken zurück. Immer wieder wurde dabei auch das Publikum eingebunden und zum Mitsingen eingeladen.
Zum Höhepunkt des Abends wurde eine ungewöhnliche Neuinterpretation des Bärnauer Heimatliedes. Ludwig Zandt von den Verblechern hatte eigens neue, sarkastisch-ironische Strophen gedichtet. Im musikalischen Duell trafen diese neuen Verse der Verblecher auf die klassische Strophe des OWV-Chors. Der augenzwinkernde Schlagabtausch sorgte für große Erheiterung und wurde vom Publikum mit tobendem Beifall bedacht. Doch nicht nur die Musiker hatten an diesem Abend etwas zu erzählen. Auch zahlreiche Gäste brachten eigene Beiträge mit. Frederike Schwägerl widmete sich in einem Textbeitrag den Themen Heimat und Dialekt. Werner Seitz steuerte gleich zwei heimatkundliche Ausführungen bei und ließ die Zuhörer an seinem Wissen über die Region teilhaben.
Für viel Mitsingfreude sorgte Uli Sangl. Mit seiner Gitarre stimmte er gemeinsam mit dem Publikum die Bärnauer Hymne „Douchn, Palaasbrunn und Bärnau“ an. Neben den bekannten Strophen präsentierte er auch selbst neu verfasste Verse. Außerdem erklangen das Lied vom „Hehnaauch“ und weitere oberpfälzer Klassiker.
Ein weiteres musikalisches Streiflicht setzte Matze Wolf mit seiner oberpfälzer Interpretation eines Klassikers von Fredl Fesl.
In ihrer unnachahmlichen Art führte Kreisheimatpflegerin Ingrid Leser durch den Abend. Zwischen den einzelnen Beiträgen wusste sie mit zahlreichen Anekdoten und Geschichten immer wieder für Lacher zu sorgen und verband die unterschiedlichen Programmpunkte zu einem abwechslungsreichen Abend.
Am Ende zeigte sich einmal mehr, was Heimat ausmacht: gemeinsame Erinnerungen, Musik, Sprache, Geschichten – und vor allem Menschen, die diese Traditionen mit Leben füllen.