Im Rahmen des internationalen Museumstags lud der Heimatverein Grafenwöhr am Sonntag, 17. Mai 2026, zu einem interessanten Bildervortrag in das Museum ein. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich mit der bewegten Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen.
Unter dem Titel „Wie Grafenwöhr mit Fremden leben lernte“ führte Christine Meinl anhand historischen Bildmaterials durch mehr als hundert Jahre Stadtgeschichte. Mit der Eröffnung des Truppenübungsplatzes kamen Soldaten, Arbeiter und Geschäftsleute aus vielen Regionen nach Grafenwöhr. Dadurch wurde die Stadt zunehmend zu einem Ort vielfältiger Begegnungen. Nach der Übernahme des Truppenübungsplatzes durch die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände von der US-Armee weitergeführt. Dadurch blieben Arbeitsplätze erhalten und die enge Verbindung zwischen Grafenwöhr und dem Truppenübungsplatz prägte die Stadt nachhaltig.
In der Nachkriegszeit kamen Kriegsvertriebene sowie italienische Gastarbeiter in den 1950er- und 1960er-Jahren nach Grafenwöhr. Ab 1990 fanden Russlanddeutsche hier eine neue Heimat. Mit dem stetigen Zuzug stand die Stadt immer wieder vor der Herausforderung, ausreichend Wohnraum bereitzustellen. Zudem machte der Vortrag deutlich, wie sehr Offenheit, Begegnung und Integration das Leben in Grafenwöhr bis heute beeinflussen.
Im Anschluss hatten die Gäste die Möglichkeit, die aktuelle Sonderausstellung “Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ zu besichtigen.