„Über-Wunden“ – Musik zur Passion. Es geht darum, Jesus über Wunden, Schmerzen und Leid zu erleben. Wir sehen, hören und bedenken den Weg eines leidenden und verwundeten Menschen“.
Mit diesen Worten leitete Pfarrer Wilfried Römischer, das Passionskonzert am Sonntag in der sehr gut besuchten St. Johannes Baptista Kirche ein.
Die nunmehr über 30-jährige Arbeit von Kantor Andreas Kunz aus Weiden hat in der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptista einen nachhaltigen und überaus positiven hinterlassen. Es ist der besondere Einsatz für das gottesdienstliche und kirchenmusikalische Leben und seine Leistungen für Gruppen und Chöre. Kunz Ist es auch zu danken, dass die „Musik zur Passion“ zu einer festen und unverzichtbaren Einrichtung in einem Kirchenjahr geworden ist. Ihm geht es auch darum, die 40-tägige christliche Vorbereitungszeit vor Ostern, die dem Gedenken an das Leiden, Sterben und die Kreuzigung Jesu Christi dient, musikalisch zu begleiten. Seine Leidenschaft und sein Engagement fanden durch die Verleihung der „Soli-Deo-Gloria-Urkunde“ dankbare Anerkennung. Er prägte das Sprichwort „Singen macht glücklich – gemeinsames Singen doppelt“.. Kantor Kunz ist es zu danken, dass in der Flosser Kirchengemeinde Jahr für Jahr die Passion in den Mittelpunkt gestellt wird. Er bringt dies mit den kirchenmusikalischen Aufführungen immer wieder zum Ausdruck. Nichts ist ihm an Vorbereitung und Organisation zu viel. So hat er sich in diesem Jahr für die Aufführung der Flosser Chöre und Gruppen entschieden. Die Kirche stand am Sonntag ganz im Zeichen des Passionskonzerts unter dem Motto: „Über-Wunden“. Mitwirkende waren die „Arche Musica“, der Kirchenchor, die Kirchen-Combo mit Annika Balk und Franco Ricciardi. Pfarrer Wilfried Römischer (Gitarre und Gesang) und seine Frau Erika sprachen die Texte. An der Orgel und am E-Piano spielte Kantor Andreas Kunz. Eine bewegende musikalische Stunde. Die Passion von Jesus hält uns Wunden und Leiden vor Augen, aber auch die Kraft der Liebe, die Wunden verwandeln und überwinden kann. Den Anfang machte Kantor Kunz an der Orgel mit der Ouvertüre unter den Choral „Befiehl die deine Wege“ von Alain Brun-Cosme. Die Musik leuchtete viele Facetten aus. Zum Schluss gab es einen fulminanten Lobpreis: „Über-Wunden“. Die rhetorisch ausgezeichneten Vorträge über „Hinführung“ und „Besinnung“ durch das Pfarrerehepaar Wilfried und Erika Römischer, ließen den Nachmittag zu einem eindrucksvollen und nachdenklichen Erlebnis werden. Beide verstanden es, in ihrer Ausdrucksweise die Zuhörer in den Bann zu ziehen. Wie reich die evangelische Kirchengemeinde im gesanglichen und musikalischen Bereich ist, das wurde wieder einmal an diesem Konzertnachmittag deutlich. Gruppen und Chöre zeigten sich von ihrer besten Seite, wobei die Einstudierung und die Programmgestaltung von Kantor Kunz unverkennbar war. Alle Vorträge hatten ein erstaunlich hohes Niveau. Die Chorgemeinschaften haben einen erstaunlichen Höhepunkt und Vortrag und gesanglichen Können erreicht. Sie glänzten durch Harmonie und feinster Abstimmung. Damit gewann das Passionskonzert an Wert und würde auch höhere Aufgaben jederzeit meistern. Das zeigte sich bei den Vorträgen von Albert Frey „Zwischen Himmel und Erde“, dem Spiritual von Johan Wesley Work „ Were You There When They Crucified My Lord, der Melodie „Würdig das Lamm, das geopfert ist“ (nach Offenbarung 5.12), dem Vortrag von Dennis Jergan „Du bist die Kraft, die mir oft fehlt“ und der Melodie von Siegfried Fitz „Wer von der Liebe singt, der kann vom Kreuz nicht schweigen“. Nach der Melodie von Lothar Kosse „Durch deine Wunden“, glänzte erneut Kantor Andreas Kunz auf der Orgel mit dem Stück von Max Birn „Karfreitag, Choralphantasie über „O Haupt voll Blur und Wunden“. Selbst die Gemeinde durfte sich mit dem Lied „All eure Sorgen, heute und morgen, bringt vor ihn, bringt vor das Kreuz“ in das Konzert mit einbinden. Denkrönenden Abschluss eines einfühlenden Konzertnachmittags meisterte die Chorgemeinschaft mit dem „In Christus ist mein ganzer Halt“.
Es gab kein Eintrittsgeld, dafür konnten die Besucher in die aufgelegten Körbchen ihre Gaben und Spenden für die wichtige Arbeit der Telefonseelsorge der Nordoberpfalz zur Verfügung stellen. Der Erlös war sehr ansprechend.