Was am 13. Januar 1906 als aufstrebender Gesangverein gegründet wurde, hatte nun nach 120 Jahren Vereinsgeschichte, seine Auflösungsversammlung im Albert-Weidner-Haus. Die Auflösung erfolgte schweren Herzens der Vorsitzenden, der verbliebenen Mitglieder und des Bürgermeisters.
Die Vorstandschaft des Gesangvereins 1906 Etzenricht hat lange überlegt, wie sie mit der gesamten Situation umgehen soll. Seit der letzten Jahreshauptversammlung vor Corona, sind 13 Mitglieder verstorben. Es gibt keinen funktionsfähigen Chor mehr. „Jeder einzelne hat für sich entschieden, dass eine weitere Arbeit in der Vorstandschaft für ihn nicht mehr in Frage kommt, was natürlich zur Folge hat, dass der Verein aufzulösen ist,” so die Vorsitzende.
Bürgermeister Martin Schregelmann startete trotzdem noch einen, leider vergeblichen, Versuch an die anwesenden Mitglieder in sich zu gehen, ob der Schritt tatsächlich gemacht werden müsse. Da dies nicht funktionierte, dankte er allen, die in den vergangenen 120 Jahren aktiv den Verein getragen haben. Auch er willigte wehmütig, aber mit Optimismus für eventuelle neue Optionen, der Auflösung ein. Das verbliebene Geld, aus der Vereinskasse geht an die Gemeinde und wird, sollte sich ein neuer Chor bilden, als Startkapital gerne wieder dort angelegt.
Chorarbeit ist aber auch ohne Verein möglich, so Astrid Spitzkopf. Vielleicht finden sich in der Zukunft Personen zusammen, die Freude am Singen haben und dies dann auch mit Beiträgen zu Veranstaltungen weitergeben. Mit den Worten „Alles hat seine Zeit.” vollzog die Vorsitzende des Gesangvereins ihre letzte Amtshandlung.
Aber, „Wenn eine Tür zu geht, geht eine neue Tür auf”, vielleicht passiert dies ja auch in naher Zukunft in Etzenricht?