Nach 17 Jahren an der Spitze des KFZ-Fachvereins Weiden gab Josef Schärtl den Vorsitz ab und legte die Verantwortung in jüngere Hände. Die Jahreshauptversammlung im Handwerkerhaus stand ganz im Zeichen der Neuwahlen – und eines Abschieds, der von Dank, aber auch von klaren Worten begleitet wurde. Zum neuen Vorsitzenden wählten die Mitglieder Mike Robak aus Weiherhammer.

Abschied nach langer Amtszeit

Zum letzten Mal berichtete Schärtl als Vorsitzender über die Aktivitäten des Vereins. In drei Vorstandssitzungen plante das Gremium unter anderem Betriebsbesuche bei regionalen Werkstätten. Stationen waren etwa Reifen-Sellmayr sowie das Regenerierungswerk in Cham, verbunden mit einem Ausflug zum Baumwipfelpfad. Viel Zeit habe zuletzt die Bürokratie beansprucht. Änderungen an der Satzung, Schriftverkehr mit dem Registergericht und der Antrag auf eine Steuernummer verlangten Geduld. „Nun haben wir seit Wochen die anerkannte Satzung bekommen und zugleich die gemeinnützige Steuernummer“, sagte Schärtl. Der Verein zählt derzeit 161 Mitglieder.

Kassier Arwed Schade legte eine solide Finanzlage vor. Die Kassenprüfer bestätigten eine ordnungsgemäße Führung der Bücher und empfahlen die Entlastung des Vorstandes. Die Mitglieder folgten dem einstimmig.

Vor den Wahlen griff Schärtl noch einmal zum Mikrofon. Er blickte auf seine lange Zeit im Amt zurück. „Es war eine wunderbare Zeit mit vielen Erfahrungen im Handwerk und mit unseren KFZ-Kollegen“, sagte er. Unterschiedliche Meinungen hätten den Verein immer wieder vorangebracht. Der scheidende Vorsitzende versprach der neuen Führung Unterstützung: „Ich bin da, wenn man mich braucht.“ Die Mitglieder bestimmten anschließend die neue Vereinsführung. An die Spitze rückte Mike Robak, Weiherhammer. Zu seinem Stellvertreter wählten die Anwesenden Josef Heid aus Erbendorf. Kassier blieb Arwed Schade aus Neustadt. Das Protokoll führt weiterhin Herbert Hirmer aus Erpetshof. Als Beisitzer arbeiten künftig Peter Beiml, Martin Bauer, Hans Person, Erwin Sobiella, Josef Schärtl und Georg Bücherl mit. Kassenprüfer sind Norbert Rockinger und Gerhard Baumer.

Baustellen länger als unsere Reparaturliste

Als Ehrengast sprach der Ehrenpräsident der KFZ-Innung, Albert Vetterl, über die Lage des Handwerks. Seine Worte fielen deutlich aus. „Was uns beschäftigt, sind die vielen Baustellen – sie sind länger als unsere Reparaturliste“, erklärte er. Die Branche stehe mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Elektromobilität, neue Antriebstechnologien, Hochvolttechnik und Digitalisierung bestimmten längst den Werkstattalltag. Gleichzeitig müssten sich die rund 7000 bayerischen Innungsbetriebe mit immer mehr Dokumentationspflichten, EU-Vorgaben und digitalen Meldeportalen auseinandersetzen. „Je moderner das Auto wird, desto mehr Papier produzieren wir. Ist das noch vernünftig?“, fragte Vetterl. Man rede zwar ständig über Entlastung des Mittelstands, doch viele Betriebe verbrächten inzwischen mehr Zeit mit Verwaltung als mit dem Schraubenschlüssel. Auch der Nachwuchs blieb Thema. In Bayern befinden sich derzeit rund 15 000 junge Menschen in der Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker – seit Jahren einer der beliebtesten Handwerksberufe. „Der Mittelstand ist kein Auslaufmodell, er ist das Rückgrat unserer Region“, betonte Vetterl.

Zum Abschluss der Versammlung richteten der Ehrenpräsident des AvD, Helmut Prem, sowie der CSU-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Benjamin Zeitler Grußworte an die Mitglieder. Zeitler würdigte das Engagement im Ehrenamt und sprach von gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft des KFZ-Handwerks in der Region.