Der Vorsitzende des KFZ-Fachverein e.V. Weiden und nördl. Opf. Mike Robak (Zweiter von rechts) ernannte im Namen des Vereins seinen Vorgänger Josef Schärtl (rechts) zum Ehrenvorsitzenden und Georg Bücherl (Zweiter von links) zum Ehrenmitglied im Beisein von Kassier Arwed Schade (links). (Bild: Herbert Hirmer)

Josef Schärtl wurde zum Ehrenvorsitzenden des KFZ-Fachverein e.V. Weiden nördl. Opf.

Seit 17 Jahren an der Spitze des KFZ-Fachvereins e.V. Weiden und nördliche Oberpfalz zu stehen, das war für Josef Schärtl ein Ehrenamt zum Wohle seiner Berufskollegen. Für dieses Engagement wurde Schärtl nun zum Ehrenvorsitzenden des KFZ-Fachvereins ernannt. Der KFZ-Meister, der 1971 vor der Handwerkskammer in Regensburg seine erfolgreiche Prüfung ablegte, war in mehreren KFZ-Betrieben in Tännesberg und Weiden bis zum Renteneintrittsalter tätig. Durch seinen Beruf ergab es sich, dass er vor 17 Jahren das Amt von Andres Schörner übernahm. Mit 161 Mitgliedern führte Schärtl den Verein, den es in Bayern in dieser Form nur einmal gibt. Wichtig waren ihm immer die regelmäßigen Treffen im Handwerkerhaus sowie Fortbildungsabende mit Unterstützung seines Stellvertreters Georg Bücherl. Mit verschiedensten Firmen aus dem KFZ-Gewerbe der Region und darüber hinaus lud er zu Fachvorträgen ein. Betriebsbesuche bei regionalen Werkstätten, unter anderem bei Reifen Sellmayr und der KFZ-Werkstätte Martin Regler, gehörten zu den regelmäßigen Informationsangeboten. Der Verein war zunächst nicht im Vereinsregister eingetragen, und so kümmerte sich Schärtl darum, dass dies rechtmäßig wurde. Das nahm im Gesetzes-Dschungel sehr viel Zeit in Anspruch, weshalb er zwei Jahre länger als geplant im Ehrenamt tätig blieb. Der Schriftverkehr mit dem Registergericht und dem Finanzamt verlangte wegen der Gemeinnützigkeit sehr viel Geduld. Im vergangenen März konnte Schärtl bei der Jahreshauptversammlung das Amt an Mike Robak übergeben, der neben seinem Beruf bei der Handwerkskammer im Gesellenausschuss vertreten ist. Für seinen Nachfolger war es wichtig, das Ehrenamt seines Vorgängers in einem würdigen Rahmen herauszustellen. So traf sich der KFZ-Fachverein mit dem neuen Vorsitzenden und dessen Vorstandschaft im Gasthof „Zum Alten Schuster“ in Weiden. Hier stellte Robak die jahrelange Arbeit und die Verdienste von Josef Schärtl als Vorsitzender heraus. „Ihm war nie etwas zu viel, er ging immer voraus und mit seinem Fachwissen konnte er seine Mitglieder begeistern.“ Für diese Arbeit ernannte ihn Robak im Namen des KFZ-Fachvereins zum Ehrenvorsitzenden. Auch den beiden Stellvertretern von Schärtl, Georg Bücherl und Hans Person, wurde Dank ausgesprochen, und sie wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Zusätzlich erhielten die Frauen des Trios Blumensträuße, „denn hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau“.
Ehrenpräsident Albert Vetterl spricht vor den Mitgliedern des KFZ-Fachverein im Handwerkerhaus (Bild: Herbert Hirmer)

Bayern ist ein Autoland und wird es auch bleiben

Die Zukunft des KFZ-Gewerbes sprach der ehemalige Präsident und Landesinnungsmeister und heutige Ehrenpräsident des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes Albert Vetterl aus Teublitz sehr deutlich an. Bei der Jahreshauptversammlung des KFZ-Fachverein Weiden und nördliche Oberpfalz e.V im Handwerkerhaus hatte er dazu die Gelegenheit. Vorsitzender Josef Schärtl zeigte sich erfreut, dass der Besuch der Mitglieder sehr enorm war und dankte allen für ihr kommen. „Bayern ist ein Autoland und wird es auch bleiben“, so Vetterl`s zentrale Aussage, die er durch persönliche Gespräche mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bestätigen konnte. Die gesamte Autobranche verändert sich und die Hersteller haben große Mühe, sich um sie herum einzustellen. Da gibt es steht’s politische Vorgaben aus Berlin und Brüssel, wie Verbrennerverbot und Flottengrenzwerte für CO 2. Aber so manche haben die chinesische Konkurrenz unterschätzt. Das die Autos immer größer und teuerer werden, die „Brot-Butter“-Modelle verschwinden, hat Auswirkungen auf Zulieferer und das Kfz-Gewerbe. So führt es aktuell dazu, dass Neuwagenzulassungen sehr sinken. Damit sich dies wieder erholt, hängt von der Politik in Berlin ab, ob sie sich im kommenden Jahr für die Förderung der Elektromobilität entscheidet. Wir als bayerisches Kfz-Gewerbe fordern eine schnelle, verlässliche und umfassende Elektroförderung und das nicht nur für Neuwagen sonder auch junge Gebrauchte. Trotz allen Meldungen von Insolvenzen gibt es aktuell keine Pleitewelle bei Kfz-Betrieben und es gibt in ganz Bayern 7 000 Kfz-Innungsbetriebe. Die Werkstattauslastung ist sehr hoch und in den Betrieben sind 125 000 Mitarbeiter sowie 15 000 Auszubildende beschäftigt. Die Zahl der Eintragungen in der Handwerksrolle ist in den vergangenen zehn Jahren leicht gestiegen trotz Diesel-Affäre, Coronna und die Ampel in Berlin. Das Kfz-Gewerbe hat Zukunft mit neuen Aufgaben im „back office“, Marketing, Kundendialog und sicher mit „KI“. So wird aus dem „Schrauber“ ein „Hightech-Handwerker, denn trotz autonomen fahren haben die Werkstätten Zukunft. So wären Förderungen und eine bessere Lade-Infrastruktur wichtig, dann könnte die Elektromobilität wieder durchstarten. Wasserstoff im Nutzfahrzeugbereich und mit Klimadiesel könnten Millionen von Bestandsfahrzeugen klimafreundlich genutzt werden. „Technologieoffenheit ist der Schlüssel für die Mobilität von morgen. So brauchen wir nicht nur Erfinder und Ingenieure sondern auch Praktiker vor Ort, die erklären, verkaufen, in Schuss halten und reparieren können“, so sein Appell an die Zuhörer.
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