Die Blockflöte ist keineswegs ein Kinderinstrument. Das beweisen die Flötenladies - 12 Damen und Dirigentin Ulrike Dziwinski - seit über 30 Jahren. Mit Werken aus fünf Jahrhunderten zeigten sie die Möglichkeiten ihres Instruments eindrucksvoll in der ehemaligen Synagoge in Sulzbach-Rosenberg.
Den Auftakt machten zwei Stücke, die nach Alter Musik klangen, obwohl sie gar nicht so alt waren: die kleine Toccata von Dietrich Schnabel (geboren 1968) und Wolfgang Amadeus Mozarts Fuge KV401. Die strenge Fuge (auf Deutsch: Flucht) wirkte sehr barock im Blockflötenklang, ebenso wie Johann Sebastian Bachs Fuge BWV 550.
Dazwischen gab es aber Swing, und da war „Füße Stillhalten verboten”, wie Dziwinski sagte. Auch das funktionierte bestens, nicht zuletzt weil das zahlreiche Publikum die extrem schallharte Akustik der ehemaligen Synagoge angenehm dämpfte. Dziwinski beeindruckte mit einer virtuosen Einlage auf der Sopranino-Flöte.
Den vollen Klang der Bass- und Subbassflöten präsentierten die Musikerinnen mit einer Bearbeitung des „Canon a Due Bassi” von Domenico Gabrielli (1651-1690) und dem „Canon for Four Basses” des zeitgenössischen Komponisten David P. Ruhl.
Und weiter ging es durch alle musikalischen Stilrichtungen, vom Broadway-Musical über Gershwins „Fascinating Rhythm” und der Ouvertüre zu Gilbert und Sullivans Operette „HMS Pinafore” bis hin zum „Persischen Marsch” von Johann Strauß (Sohn). Immer rhythmisch präzise und dabei musikalisch ausdrucksvoll begeisterten die Flötenladies die Zuhörer. Nach dem verdienten großen Beifall spielten sie noch eine sehr flotte Polka als Ausrufezeichen zum Abschluss eines schönen Konzerts.