Passt ein Flamenco-Konzert in die Fastenzeit? Diese Frage stellte Pfarrer Klein, der Hausherr in der katholischen St. Peter und Paul Kirche in Neukirchen, in seiner Einführung zum ökumenischen Fastenzeitkonzert am 21. März. Die Fastenzeit, führte er aus, sei eine Zeit der Besinnung und der inneren Einkehr, aber keiner verlange, dass man das mit trüber Miene tun muss. Und in Anlehnung an Psalm 150 habe man zum Motto des Abends gefunden: „Lobet Gott in Seiner Heiligkeit, lobet ihn mit Saitenklängen...“ Dann holte er den Protagonisten des Abends auf die Bühne der Altarstufen: Andreas Maria Germek, ein Geheimtipp in der Welt der Spanischen Gitarre, ein konzertierender Virtuose in ganz Europa und darüber hinaus, ein lebenslang Lernender auch, der dafür immer wieder in das spanische Mutterland seiner Musik zurückkehrt.
Germek begann das Konzert mit drei Stücken des argentinischen Komponisten Jorge Cardoso. Einer ruhigen, fast zarten Melodie folgten zwei lebhaftere, ländliche Tänze. Dann begann der längere, zweite Teil des Abends mit Germeks eigenen Kompositionen, vorgetragen in staunenswerter technischer Brillanz, mit rasanten Melodien, schier unglaublichen Akkordsätzen und packenden Rhythmen, die die Füße unter den Kirchenbänken zum Wippen brachten. Kurze Erklärungen beleuchteten den Hintergrund und die Entstehung der einzelnen Stücke.
Was für ein Konzert in dieser ländlichen Idylle, das einer größeren Bühne wert gewesen wäre, und doch in der Bescheidenheit der Peter-und-Paul-Kirche genau am rechten Ort war! Auch – oder gerade zur Fastenzeit. Der Beifall des Publikums bestätigte das.
Am Ende des Konzerts dankte der evangelische Pfarrer Schornbaum dem Künstler, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, aber auch dem Neukirchener Elmar Friedrich, selbst ein Gitarrenkundiger, der seinen früheren Lehrer hierhergeholt hatte. Nach dem Segen wurde dem Wunsch nach einer Zugabe gerne entsprochen.