Mit mehr als 110 Anmeldungen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Fachpraxis stieß der Fachtag zum Thema Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) auf überwältigende Resonanz. Vertreterinnen und Vertreter aus Jugendhilfe, Schulen, Kitas, Beratungsstellen und weiteren sozialen und gesundheitlichen Arbeitsfeldern kamen im Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz zusammen, um sich über die Auswirkungen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und den professionellen Umgang mit betroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien auszutauschen. Auch einige betroffene Pflegeeltern waren teils weit angereist, um sich zu informieren.
Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Dr. Gisela Bolbecher, 1. Vorsitzende des FASD Netzwerk Nordbayern e.V.. Sie vermittelte praxisnahes Basiswissen zu Ursachen, Erscheinungsbildern und Herausforderungen der Diagnose FASD und gab eindrückliche Einblicke in das Leben von Menschen, die mit den Folgen dieser pränatalen Schädigung leben. Ihre Botschaft war klar: „FASD ist zu 100 Prozent vermeidbar – aber es braucht Aufklärung, Sensibilisierung und konkrete Unterstützung, um betroffene Kinder und Familien nicht allein zu lassen.“
Der Fachtag machte deutlich, wie groß der Informations- und Aufklärungsbedarf ist. Prävention, Früherkennung und interdisziplinäre Zusammenarbeit wurden als Schlüssel für eine bessere Unterstützung Betroffener hervorgehoben. Landrat Peter Berek betonte das auch in seiner Begrüßung: „Kein Kind sollte mit einer Beeinträchtigung auf die Welt kommen, die vermeidbar gewesen wäre. Deshalb ist es so wichtig, dass wir das Thema FASD offen ansprechen, Wissen weitergeben und Betroffene nicht allein lassen.“
Der Fachtag bildete auch den Auftakt zur interaktiven Ausstellung ZERO, die noch bis zum Donnerstag im Egerland-Kulturhaus Marktredwitz gezeigt wird und für die sich bereits eine ganze Reihe von Schulklassen angemeldet haben. Sie macht die Entwicklung eines ungeborenen Kindes erlebbar und informiert über die Risiken von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Am Donnerstag, 30. Oktober 2025, besteht zudem die Möglichkeit für Einzelpersonen, die Ausstellung ohne Anmeldung von 15.00 bis 19.00 Uhr zu besuchen. Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung war eine gemeinsame Initiative des FASD Netzwerk Nordbayern e.V., des Kreisjugendamtes Wunsiedel i. Fichtelgebirge mit seinen Fachstellen Pflegekinderdienst, Koordinierende Kinderschutzstelle, Koordinierungsstelle Familienbildung und Kommunale Jugendarbeit, der Diakonie Hochfranken: Staatl. anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, Suchtberatung, gefördert durch das Präventionsprojekt „HaLT”, der Staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Landratsamt Wunsiedel i. F. und der Abteilung Gesundheitswesen sowie der Stadt Marktredwitz, Fachgebiet Soziales/MAKmit Bürgerinformationsstelle, Gleichstellungsbeauftragte.
Wer sich mit dem Thema beschäftigen möchte, findet weitere Informationen auch in unserem Fichtel-Podcast zum Thema FASD. Zu finden ist er unter https://freiraum-fichtelgebirge.de/fichtelpodcast/
oder auf allen gängigen Streaming-Plattformen.