Da staunten die fast 150 Gäste in Heumaden bei Moosbach auf dem Dorfplatz an der Kapelle. Im Beisein von Landrat Andreas Meier, Moosbachs Bürgermeister Armin Bulenda, Kreisrat Helmut Meindl, Moosbach; sowie der zweite Bürgermeister Thomas Kleber aus Eslarn erhielten 330 Ruhebänke, sprich „Hutzabankerl“, für den gesamten Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab durch den Moosbacher Pfarrer Udo Klösel den kirchlichen Segen. 32 davon werden im Gemeindegebiet Moosbach aufgestellt, die restlichen über den Landkreis verteilt. Die Bänke wurden vom HPZ Irchenrieth angefertigt. Die Aktion wurde durch EU-Fördermittel ermöglicht.
Pfarrer Udo Klösel erläuterte in seiner Predigt eindrucksvoll den Begriff „Hutzabankerl“ und übersetzte es so: „Hutza“ oder „Hutza göih“ (gehen), das bedeutet in unserem nordbairischen Dialekt ja so viel wie „am Abend Bekannte besuchen, um sich mit ihnen zu unterhalten“. Es gab früher nicht nur Hutzabankerl, sondern sogar „Hutzahäuser“ oder „Hutzastubn“. Immer im gleichen Haus kam man besonders in den Wintermonaten zusammen, um zu plaudern, um Geschichten von Früher zu erzählen, um zu stricken, Federn zu schleißen, oder auch Garten- und Feldgeräte wie Rechen und Besen auszubessern. Ein Hutzabankerl lädt ein zum Hersetzten und zum Plaudern, die Gemeinschaft und das Miteinander zu pflegen.
Der Geistliche wünschte sich, dass man auf dem Hutzabankerl die Gemeinschaft spürt und jeder willkommen sein sollte. Es solle ein Platz auf Augenhöhe zu einem miteinander reden und lachen sowie trauern werden. Hier sollte weniger über andere, als vielmehr miteinander gesprochen oder mit anderen geweint oder getrauert werden.
In der Andacht wurde auch das Evangelium vorgetragen. Die Fürbitten brachte die neue PGR-Sprecherin Julia Weiß zu Gehör. Alle neun Ministranten, die den Geistlichen bei der Segnung begleiteten, kommen von der Ortschaft Heumaden. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von einem Trio der Moosbacher Musikschule.