105 Schüler/innen der Berufsschule Nabburg übernehmen Verantwortung und registrieren sich als potenzielle Stammzellspender/innen Unter dem Motto: "Dein Typ ist gefragt" haben am 11. und 12.03.2026 alle anwesenden Schüler/innen und Lehrkräfte der Berufsschule Nabburg beim DKMS Schulprojekt mitgemacht. Hierbei handelt es sich um ein von der DKMS angebotenes Programm, das darauf abzielt, junge Menschen ab 17 Jahren an Schulen für die Stammzellspende zu sensibilisieren und zur Registrierung als potenzielle Spender/innen zu motivieren.
Mit der Teilnahme am DKMS Schulprojekt setzt die Berufsschule Nabburg ein Zeichen, übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und schenkt betroffenen Blutkrebspatient/innen Hoffnung. Leider erkrankt alle 12 Minuten in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Weltweit sogar alle 27 Sekunden. Das bedeutet, während einer Schulstunde erhalten in Deutschland etwa vier Menschen diese lebensbedrohliche Diagnose. Für viele Blutkrebspatient/innen ist die Stammzellspende oft die einzige oder letzte Chance auf ein Weiterleben. Wenn es in der Familie kein passendes Match gibt, sind sie auf fremde Hilfe angewiesen.
Schulen sind bei der Gewinnung neuer Spender/innen besonders wichtig Entscheidend für den Erfolg einer Stammzelltransplantation ist vor allem der Grad der Übereinstimmung der Gewebemerkmale. Die Merkmale sind vererbbar und regional unterschiedlich. Man kann sie sich vorstellen, wie ein Muster auf der Zelloberfläche. Anhand dieses Musters erkennt das Immunsystem, ob die Zelle zum Körper gehört oder vernichtet werden muss. Dieser so genannte "Fingerabdruck der Zelle" muss zwischen Spender/in und Patient/in möglichst identisch sein, um Abstoßreaktionen zu vermeiden. Junge Menschen sind hier besonders gefragt, da sie meist weniger Vorerkrankungen und eine bessere körperliche Verfassung haben. Deshalb werden sie von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten bevorzugt angefragt – zudem stehen sie dem weltweiten Spendersuchlauf länger zur Verfügung. Ebenso sind die Heilungschancen auf Empfängerseite bei jungen Spender/innen höher. "Das DKMS Schulprojekt ist ein wichtiger Beitrag im Einsatz für Patientinnen und Patienten rund um die Welt. In Schulen trifft man nicht nur hilfsbereiten Spendernachwuchs, sondern auch großartige Menschen unterschiedlichster Herkunft," erläutert Andrea Autenrieth, Abteilungsleiterin der DKMS Spenderneugewinnung.
Im Vorfeld der Registrierungsaktion der Berufsschule Nabburg wurden die Klassen in einem Vortrag von den DKMS-Volunteers Julia Pitz und Daniel Pomper aufgeklärt. Auch eine Projektgruppe mit 20 Auszubildenden zur Industriekauffrau/zum Industriekaufmann hielten an drei weiteren Tagen Vorträge über DKMS, so dass alle Schüler/innen der Außenstelle informiert werden konnten. Die Registrierung selbst dauerte keine zehn Minuten pro Person und erfolgte per Wangenschleimhautabstrich mit drei Wattestäbchen. Die Gewebemerkmale werden nun im DKMS Life Science Lab in Dresden analysiert und anschließend für die weltweite Suche zur Verfügung gestellt. Wenn man dann tatsächlich für eine Stammzellspende infrage kommen, wird man von der DKMS informiert und ausführlich aufgeklärt und betreut.
Die aktuelle DKMS Registrierungsaktion war bereits die dritte Veranstaltung dieser Art. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde die Schule mit dem DKMS Schulsiegel ausgezeichnet. Insgesamt ließen sich auf den Schulaktionen 255 Schülerinnen und Schüler registrieren. Inzwischen konnten bereits drei von ihnen tatsächlich Stammzellen und damit neue Lebenschancen für Betroffene spenden.
Schulen können aktiv eine Registrierungsorganisation organisieren oder das Thema im Unterricht besprechen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Ausführliche Informationen zum DKMS Schulprojekt unter https://mediacenter.dkms.de/pressemappe/schulprojekt/
Wer wir sind:
• Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, weltweit so vielen Blutkrebspatient:innen wie möglich eine zweite Lebenschance zu geben.
• Dank unserer 13 Millionen registrierten Lebensspender:innen – davon allein 8 Millionen in Deutschland – haben wir bereits mehr als 130.000 zweite Lebenschancen ermöglicht.
• Die Stammzellspenden haben wir bisher in rund 60 Länder vermittelt. Doch noch immer finden viele Erkrankte kein passendes Match.
• Da allein in 2026 aus Altersgründen mehr als 160.000 Personen aus der DKMS ausscheiden, wird Spendernachwuchs dringend gesucht!