Diskutierten in Amberg über Bildungsgerechtigkeit und die Zukunft der Mittelschule: Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Schule und Elternschaft auf Einladung des BLLV Oberpfalz. Unter dem Titel „Bildung gemeinsam gerecht gestalten“ lud der BLLV Oberpfalz zu einer Diskussionsveranstaltung über Bildungsgerechtigkeit mit besonderem Blick auf die bayerische Mittelschule ein. Nach der Begrüßung durch den Bezirksvorsitzenden Manuel Sennert stellte Prof. Dr. Nina Bremm (FAU Erlangen–Nürnberg) aktuelle Forschungsergebnisse vor.
Demnach hängt der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark vom sozialen Hintergrund ab. Bereits in der Grundschule beträgt der Leistungsunterschied zwischen Kindern aus verschiedenen sozialen Milieus bis zu zwei Lernjahre, bis zur 9. Jahrgangsstufe sogar bis zu drei Jahre. Bremm betonte: „Nur Strukturreformen reichen nicht, entscheidend ist, dass Schulen personell und kulturell gestärkt werden.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Schule und Elternschaft ging es vor allem um die aktuelle Situation der Mittelschule: MdL Nicole Bäumler, HWK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Reif, Berufsberater Wolfgang Bernreuther, Elternbeiratsmitglied Michael Donhauser, Stadtschülersprecherin Johanna Donhauser und BLLV-Kreisvorsitzender Manuel Sennert kritisierten unter anderem die hohe Belastung der Lehrkräfte, fehlende Unterstützung durch multiprofessionelle Teams sowie die frühe Selektion im bayerischen Schulsystem.
Sennert erklärte: „Die Schüler, die am meisten Unterstützung brauchen, erhalten sie am wenigsten. Die Mittelschule wurde über Jahre kaputtgespart.“ Auch MdL Nicole Bäumler forderte Verbesserungen: „Wir brauchen mehr Personal, mehr Unterstützung und vor allem bessere Voraussetzungen für Schulen in schwierigen Lagen.“
Zum Abschluss formulierten die Podiumsgäste ihre Wünsche für die Zukunft – von „mehr Kunst und Musik“ (Bernreuther) über „mehr praktische Lernangebote“ (Johanna Donhauser) bis hin zu „mehr Ressourcen für Schulen in herausfordernden Lagen“ (Bäumler). Professorin Nina Bremm würdigte abschließend das Engagement des BLLV für mehr Bildungsgerechtigkeit.