Einen Wandertag der besonderen Art erlebten die beiden zweiten Klassen der Fichtelnaabtal-Grundschule. Gemeinsam mit Carolin Gley, der Jugendwartin des Fichtelgebirgsvereins Neusorg, ging es in den heimischen Wald. Unter dem kreativen und pädagogischen Motto „Auch Wichtel brauchen Demokratie!“ gestalteten die Mädchen und Jungen ein eigenes Wichteldorf direkt am beliebten Fichtelgeisterweg. Ermöglicht wurde diese besondere Aktion durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, über welches das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt förderte.
Bereits auf dem Fußweg zum Bauplatz zeigten sich die Kinder als fleißige Sammler. Ausgestattet mit offenen Augen und viel Eifer trugen sie Naturmaterialien wie Äste, Moos, Rinde und Zapfen zusammen. Doch bevor die Bauarbeiten im Wald beginnen konnten, stand eine wichtige politische Entscheidung an: Die Schülerinnen und Schüler teilten sich in zehn Gruppen von jeweils vier bis fünf Kindern auf. Jede Gruppe wählte im Vorfeld demokratisch einen eigenen „Wichtelchef“, der die Interessen des Teams vertreten sollte.
In Teamarbeit entstand so in kurzer Zeit das liebevoll gestaltete Dorf „Wichtelhausen“. Neben den klassischen Wohnunterkünften für die Waldbewohner dachten die Kinder auch an die wichtige Infrastruktur einer funktionierenden Gemeinschaft. So wurden ein Wichtelkrankenhaus, eine Polizei- und eine Feuerwehrstation sowie ein zentrales Rathaus errichtet.
„Es ist faszinierend zu sehen, mit wie viel Fantasie und Teamgeist die Kinder ans Werk gegangen sind. Sie haben spielerisch gelernt, dass eine Gemeinschaft nur funktioniert, wenn man Absprachen trifft und Verantwortung übernimmt“, freute sich FGV-Jugendwartin Carolin Gley über den Erfolg der Aktion. Auch das Lehrerkollegium zog ein durchweg positives Fazit. Lehrkraft Jutta Lautenbacher betonte den pädagogischen Wert des Ausflugs: „Der Wandertag war eine perfekte Verknüpfung von Naturerlebnis und sozialem Lernen. Die Kinder haben Demokratie hier nicht theoretisch im Klassenzimmer, sondern ganz praktisch und lebendig im Wald erfahren.“
Am Ende des Tages waren sich alle einig: „Wichtelhausen“ ist ein echtes Schmuckstück am Fichtelgeisterweg geworden, das ab sofort auch andere Wanderer und Familien bestaunen können.