Fast 70 Gäste folgten der Einladung des Seniorentreffs Winklarn-Thanstein zum Vortrag „Betreuungsrecht, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“. Der langjährige Rechtspfleger am Landratsamt Schwandorf Anton Ruhland informierte über rechtliche Grundlagen. Zuerst ging er auf das Betreuungsrecht ein. Dieses Recht tritt in Kraft, wenn der Betroffene seine persönlichen Angelegenheiten nicht mehr selber regeln kann. Wer ist Betreuer? Meist stellt bei einem Krankenhausaufenthalt ein Arzt die Betreuungsbedürftigkeit fest und nun prüft das Amtsgericht den Fall. Welchen Umfang die Betreuung dann umfasst, ist unterschiedlich. Verschiedene Wirkungskreise können dem Betreuer zugewiesen werden. Eine Betreuungsvollmacht kann jeder selber, wer im Fall des Falles seine Betreuung übernehmen soll. Neben der Betreuungsvollmacht, die vom Amtsgericht überwacht wird, kann und sollte jeder Erwachsene eine Vorsorgevollmacht selber festlegen. Dazu stellt Ruhland fest, ist jedoch absolutes Vertrauen zwischen den beiden Personen wichtig. In einer Vorsorgevollmacht kann der Betroffene ebenso wie in einer Betreuungsvollmacht die verschiedenen Wirkungskreise festlegen. Hier empfiehlt Ruhland den Vollmachtempfänger nicht nur zu informieren, sondern auch gegenzeichnen zu lassen. Bei Lebzeiten und solange der Betroffene im Besitz seiner geistigen Kräfte ist, kann diese Vollmacht jederzeit geändert oder widerrufen werden. Neben diesen beiden wichtigen Vollmachten ist vielen die Patientenverfügung bekannt. Diese stellt jedoch nur eine Weisung an die behandelnden Ärzte dar, wie sie bei entsprechenden Krankheitsbildern zu verfahren haben. Was soll der Arzt im Fall des Falles tun? Und was darf er nicht tun? Ruhland empfiehlt dringend eine Betreuungs- und Vorsorgevollmacht für jeden volljährigen Bürger. Damit erspart er später seinen Angehörigen viele Unannehmlichkeiten. Zusätzlich ist eine Patientenverfügung sinnvoll, sie erleichtert den Angehörigen manche Entscheidung. Annemarie Mösbauer bedankte sich für die wertvollen Informationen bei Anton Ruhland. Anschließend beantwortete der Fachmann noch viele Fragen der zahlreichen Zuhörer und der Vorrat an Vordrucken war im Nu vergriffen.