Unter großer Teilnahme der Bevölkerung wurde am Freitag, 6. Februar 2026, mit einer Andacht an die Ereignisse nahe dem heutigen Grenzübergang Svatý Kříž erinnert. Damals wollten tschechische Soldaten beim Abbrechen der Wallfahrtskirche „Zum Gegeißelten Heiland vo da Wies“ die Christusfigur eines Vortragekreuzes an einem Galgen baumelnd über einem Lagerfeuer verbrennen. Durch das Herabreißen vom Kreuz wurden ihm die Arme abgebrochen, so dass er auch als der „Christus ohne Arme“ bezeichnet wird. Der bay. Polizist Paul Hampel rettet beherzt den Corpus und dieser wurde dann in die damalige Stadtpfarrkirche gebracht, wo er seither besonders verehrt wird. Zur Gedenkandacht konnte Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl Pfr. Libor Buček zusammen mit Pfarrangehörigen aus Eger begrüßen, ebenso Pfr. Andreas Kraft von der Ev. Kirchengemeinde Waldsassen, Äbtissin Laetitia Fech mit dem Konvent, 1. Bürgermeister Bernd Sommer, Waldsassen und Landrat Roland Grillmeier aus Tirschenreuth. Auch eine Abordnung der Polizeiinspektion Waldsassen mit dem Dienststellenleiter Polizeihauptkommissar Harald Fuchs an der Spitze zählte zu den Ehrengästen. In seiner kurzen Ansprache verwies Stadtpfarrer Vogl auf die Wichtigkeit von Erinnerung, die für Gegenwart und Zukunft nötig ist. Die Aufgabe eines versöhnten Miteinanders bleibt angesichts der aktuellen Entwicklungen immer eine Herausforderung und Aufgabe. Wenn Christus keine anderen Arme und Hände hat als die unseren, dann sind wir verpflichtet, diese immer wieder neu entgegenzustrecken und zu reichen. Bürgermeister Sommer und Polizeihauptkommissar Fuchs mahnten in ihren Grußworten ebenfalls, angesichts der erschreckenden Tat einst und den Ereignissen heute Werte zu achten und sich mutig und aus christlichem Geist dafür einzusetzen. Die Andacht wurde in deutscher und tschechischer Sprache gemeinsam gefeiert und war so auch Ausdruck dessen, was über Jahrzehnte vor dem Geschändeten Heiland immer wieder erbeten wurde. Ursprünglich sollte die Andacht am Grenzübergang an der Stelle der damaligen Ereignisse gefeiert wurden, musste aber witterungsbedingt dann doch in die Basilika verlegt werden. Es soll jedoch zum Wallfahrtstag im September noch eine Feier am Gedenkort stattfinden. Dazu wird rechtzeitig informiert werden.