Wie es in ländlicher Gegend früher üblich war, gab es nicht nur Felder und Wiesen, sondern auch wunderbare Streuobstwiesen. Da die Maschinen noch nicht so groß waren, konnte man das Gras unter den Bäumen abmähen und es an das Vieh verfüttern. Im Sommer, wenn die Kirschen und Pflaumen reif waren, begann die Ernte vom ersten Obst. Es gab durch den Anbau von verschiedenen Obstarten, wie Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Äpfel und Birnen bis in den Herbst hinein immer etwas aus der Streuobstwiese. Zwetschgen und Birnen wurden zu den sogenannten Hutzl gedörrt, die Kirschen, Ringlo oder Pflaumen eingemacht und die Äpfel, die zum Einlagern in Felsenkellern geeignet waren, oft bis in den März verwendet. Die frühreifen Äpfel wurden gemostet. Leider sind einige Streuobstwiesen aus unserem Landschaftsbild verschwunden und das Obst der restlichen Streuobstflächen wird selten mehr genutzt und bleibt unter den Bäumen liegen.
Aus diesem Grund hat sich der junge Obst- und Gartenbauverein Sigl, er wurde erst 1992 gegründet, unter der Leitung vom 1. Vorstand, Ludwig Graf und seinen Vorstandsmitgliedern 1995 Gedanken über eine Obstverwertung gemacht. Zunächst ging es um einen Standort. Der ergab sich wie bald in Oberweißenbach beim Alfons Trummer. In seiner Melkkammer, die nicht mehr genutzt wurde, war hierfür der ideale Platz gefunden. Es folgte die Planung für Geräte und die nötige Einrichtung. Die Vorstandschaft besuchte hierfür einige benachbarte Mostereien, die bereits seit längerem von Gartenbauvereinen betrieben wurden, um Erfahrungen zu sammeln. Mit einer Packpresse der Firma VORAN, an der eine Mühle für die Äpfel und Birnen mit angebaut war und 2 Pasteurisiertöpfen wurde 1996 mit dem Verwerten vom Obst begonnen. Zur damaligen Zeit wurde nur in Flaschen abgefüllt, die die Obstlieferanten selbst mitbrachten. Bald darauf wurden bei der Brauerei Winkler in Schlicht Flaschen mit Schraubverschluss samt Kasten ausgeliehen. Sie wurden befüllt und gegen Pfand weitergegeben. Später wurden die Bag-in-Box-Beutel eingeführt und so hat sich das mit den Leihflaschen erledigt.
Der Standort in Oberweißenbach wurde 29 Jahre von Alfons Trummer geleitet. Er war für alles zuständig und mit der Anlage gut vertraut. Das begann mit den Terminvereinbarungen für die Lieferanten des Obstes, Einschalten und Vorheizen der Töpfe, Herrichten zum Pressen, Bedienen der Maschinen bis hin am Ende des Tages, die ganzen Geräte zu spülen und säubern, damit für das nächste Saften hergerichtet war. Hier wurden etliche Stunden vom Alfons Trummer gemacht, die keiner sah. Alfons verabschiedete sich 2025 als Leiter der Obstverwertung in Oberweißenbach.
Durch Vergrößerungen an Geräten, er wurde eine neue, größere Rätzmühle, 2024 ein großer Pasteurisier-Kessel angeschafft, und wieder ein größeres Interesse am Saft vom eigenen Obst, sah der Verein sich nach einer größeren Räumlichkeit um. Wir haben uns jetzt in Schlicht bei der ehemaligen Metzgerei Prechtl (Brunnabeck), Vilstalstraße 6 im alten Schlachthaus eingerichtet. Die Anfahrt erfolgt über den Anger. Die Einfahrt ist von der Vilstalstraße und vom Marktplatz in Schlicht her gut ausgeschildert.
Durch die große Trockenheit gehen viele Obstbäume zum Eigenschutz her und werfen jetzt schon einen Teil ihres Obstes ab. Um es nicht sinnlos verfaulen zu lassen oder auf den Wertstoffhof zu entsorgen, gibt es im Landkreis Amberg-Sulzbach wieder einige Obstverwertungen. Eine davon betreibt der Obst- u. Gartenbauverein Sigl seit 1996 in Oberweißenbach. Wir füllen in saubere Flaschen und Bag-in-Box-Beutel 5- und 10 Liter ab. Das Obst muss sauber, die Birnen nicht überreif, also noch fest und die Quitten zum großen Teil frei von den Härchen sein. Wir pressen auch Trauben. Sie müssen, wegen dem Geschmack, vom Stiel entfernt werden und es sollten mindestens 30 Liter Beeren sein. Also mindestens 3 Eimer voll. Wir erhitzen den Saft auf 80°, er ist naturtrüb und sie bekommen den Saft von ihrem eigenen Obst, der sofort mitgenommen werden kann.
Für ihre Anmeldung und Terminvereinbarung mit Mengenangabe ist Frau Theresia Schlotmann unter der Handy-Nr. 015167802563 zuständig.
Es sei noch zu erwähnen, dass wir für unsere Kindergärten im Gemeindegebiet Vilseck das Obst, das von den Kindern und Eltern gesammelt wird kostenlos pressen und abfüllen.
Werfen sie ihr Obst nicht weg, sondern nutzen sie die Obstverwertungen im Landkreis. Ihr Obst ist nicht mit Pestiziden behandelt und viel zu schade, um es kaputt werden zu lassen. Unter www.kreis-as/gartenbau finden sie einen Verwerter in ihrer Nähe