Drei Kinder der St.-Josef-Kindertagesstätte – Mathea, Sametha und Veronica – brachten durch Kleidung und Text für die vielen Besucher auf den Punkt, worum es beim Sommerfest ging. Sie waren als Mallersdorfer Schwestern verkleidet und eröffneten die Geschichte der Kindertagesstätte, die am vergangenen Samstag das 125-jährige Bestehen feierte. Ein kurzer Gottesdienst im Freien unter der Leitung von Pfarrer Stefan Langer bildete den Auftakt. Die christliche Grundlage sei die Basis der Einrichtung.
Die Geschichte des Kindergartens begann im Jahre 1901. Damals waren drei Schwestern vom Orden der Mallersdorfer Schwestern zu dem neu erbauten St.-Josef-Stift gerufen worden. Die erste Nonne, die sich der Kinderbetreuung annahm, war Schwester Maria Fakunda. Krankenpflege und Nähschule waren weitere Angebote. Damals war für die Betreuung der Kinder der Ausdruck Bewahrschule gebräuchlich. 117 Jahre lag die Obhut in den Händen des Ordens, mit geringfügigen Unterbrechungen während der Kriegszeiten, als das St.-Josef-Stift als Lazarett verwendet wurde. Die letzte Leiterin war Schwester Irene, die heute in München tätig ist. Sie konnte zu den Feierlichkeiten begrüßt werden, und sie freute sich, dass „ihre“ Arbeit so erfolgreich fortgesetzt wird. Heute leitet Corinna Malzer die Einrichtung, unterstützt von 19 Helferinnen und Helfern. Rund 120 Kinder besuchen die Kindertagesstätte.
Grußworte sprachen Oberbürgermeister Oliver Weigel, stellvertretender Landrat Bernd Hoffmann, Annett Polster vom Kindergarten St.-Elisabeth, Herr und Frau Härtel vom Elternbeirat. Auch die frühere Oberbürgermeisterin Birgit Seelsbinder und einige Stadträte waren anwesend. In den Stellungnahmen lobten alle die Arbeit, die in der Kindertagesstätte jeden Tag geleistet wird. Es handelt sich dabei um die älteste soziale Einrichtung der Stadt. Die Werte, die dabei vermittelt werden, sind bleibend und prägend für das ganze Leben. Immer wieder war die Rede „von einer Werkstatt für kleine Persönlichkeiten“, die Geduld, Ausdauer und Hinwendung erfordere.
Viel Applaus und Aufmerksamkeit erhielten die einzelnen Gruppen, als sie mit der jeweiligen Erzieherin den Jahresablauf darstellten. Entsprechend gekleidet und mit passender Ausrüstung wurden die Eltern, Großeltern und Verwandten durch das Alltagsleben in der Kindertagesstätte geführt. Sommer und Winter, Wald und Wandern, Geburtstagsfeier und Faschingsfreuden wechselten in der Darstellung ab. Die Kinder waren mit einer Begeisterung dabei und zeigten ihr Wohlfühlen durch entsprechende Gesten. Längere Vorbereitungszeiten waren wohl nötig. Der Chorleiter von der Pfarrei Sankt Josef, Wilhelm Heidtmann, sorgte für entsprechende musikalische Umrahmung.
Der Rest des Nachmittags war den Kindern vorbehalten. Viele Spielstationen sorgten für kreative Betätigung. Schatztruhen und Kreidefenster bemalen, Goldstücke im Sandkasten suchen und die Buttonmaschine betätigen waren sehr gefragte Orte. Bei den hohen Temperaturen war der Eiswagen ein gefragter Anlaufpunkt.