Auf Einladung der Mittelstandsunion Tirschenreuth referierte Christian Schönberger zum Thema „Schaffung von Zukunftssicherheit für Familienunternehmen”. Im Mittelpunkt stand die strategische Gestaltung der Unternehmensnachfolge – insbesondere in Zeiten multipler Krisen.
Schönberger betonte, dass viele Betriebe aktuell stark durch Energiepreise, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Unsicherheiten gefordert seien. Dadurch werde das Thema Nachfolge häufig aufgeschoben. Dabei handle es sich um einen langfristigen Prozess mit einem Vorlauf von fünf bis zehn Jahren.
„Nachfolge ist keine Notfallmaßnahme, sondern strategische Zukunftsgestaltung”, so der Referent. Entscheidend sei frühzeitige Klarheit im Spannungsfeld zwischen Familie, Eigentum und Unternehmen. Offene Kommunikation innerhalb der Familie bilde das Fundament jeder tragfähigen Lösung.
Neben der familieninternen Übergabe sollten auch alternative Modelle wie externe Geschäftsführung oder andere Eigentumsstrukturen geprüft werden. Jede Nachfolge benötige eine individuelle Strategie, die Vertrauen, Persönlichkeit und klare Zielvorstellungen vereine.
Auch organisatorische, rechtliche und steuerliche Aspekte seien frühzeitig zu regeln. Besonders hob Schönberger die Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen für die Region hervor. Gerade Handwerksbetriebe sicherten Arbeitsplätze, Ausbildung und Wertschöpfung vor Ort.
In diesem Zusammenhang sprach er sich für eine Stärkung der beruflichen Bildung aus, unter anderem durch das Aufstiegs-BAföG.In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das Thema viele Unternehmen im Landkreis betrifft und frühzeitiges Handeln entscheidend ist. Kreisvorsitzender Leonahrd Zintl freute sich über den großen Zuspruch zu der Veranstaltung im Restaurant „Seenario” in Tirschenreuth.