Mit seinem traditionellen Winteraustreiben zog der Heimatverein Birgland e.V. wieder zahlreiche Besucher an. Dieses Spektakel fand heuer im Gasthaus Bär in Lockenricht statt. Der neue 1. Vorsitzende des Vereins, Andre Wing, begrüßte die vielen Gäste aus nah und fern und bedankte sich bei den beteiligten Gruppen und bei den Wirtsleuten. Der Heimatverein Birgland führt das Winteraustreiben seit 1958 jedes Jahr am 1. Mai an verschiedenen Orten im Landkreis auf. Anfangs fand das Ganze immer in Sulzbach vor dem Rathaus oder in Bernricht statt, später dann an jährlich wechselnden Orten. Die Birgländer wollen mit der Aufführung des Winteraustreibens, das vom ehemaligen Volkstumswart Hanns Binder wiederbelebt wurde, an den früheren Brauch anknüpfen. Es handelt sich dabei um ein Streitgespräch zwischen dem in einen Pelzmantel gehüllten Winter (dargestellt von Fritz Roppelt) und dem Sommer im Blumenkleid (Thea Winter). Nach einem Zwiegespräch und einer kleinen Rangelei setzte sich schlussendlich der Sommer durch. Anschließend wurde eine Strohpuppe angezündet und unter Peitschenknallen der „Goisslschnalzer“ und den Klängen der Birgländer Musikanten abgebrannt. Danach wurde als Zeichen der warmen Jahreszeit der „Maien”, eine bunt geschmückte Birke, aufgestellt. Zwischendurch unterhielten die Birgländer Moila die anwesenden Zuschauer mit passenden Liedern. Die Tanzgruppe des Vereins zeigte drei überlieferte Oberpfälzer Tänze, nämlich den „Hans Adam“, die „Hobelpolka“ und die „Kreuzpolka“. Durch den Nachmittag führte wie immer in gekonnter Weise Mundartsprecher Hans Pirner aus Bernricht. Bis in den frühen Abend konnten sich die Besucher im schattigen Wirtsgarten noch an den Klängen der Birgländer Musikanten erfreuen.