Wie wohltuend die Begegnung zwischen Mensch und Tier sein kann, wurde bei einer Informationsveranstaltung des Fördervereins St. Johannes Klinik und Rettungswache Auerbach e. V. eindrucksvoll erlebbar. Im Mittelpunkt stand die „Tiergestützte Therapie mit Hunden“ und vor allem ihre besondere Wirkung auf ältere Menschen. Mit dabei waren Maja und Cleo, zwei ausgebildete Therapiehunde, die gemeinsam mit ihrer Hundeführerin Marion Penzkofer zum Team der Geriatrischen Rehabilitation in Auerbach gehören. Das Trio besucht einmal in der Woche Rehabilitanden, die zugleich von einer Ergotherapeutin betreut werden. Penzkofer berichtete aus der Praxis und machte klar, dass hinter dieser Arbeit weit mehr steckt als ein freundlicher Besuch. Hauptberuflich arbeitet die gelernte Erzieherin als Leitung in einem Kindergarten. Der pädagogische Beruf ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung der Therapiebegleithunde. Für die Eignung der Hunde zählt weniger die Rasse, sondern vor allem ihr Wesen: Ruhe, Geduld und Freude am Umgang mit Menschen. In entsprechenden Schulungen lernen Mensch-Hund-Teams unter anderem Grundlagen der Verhaltenslehre, Hygieneregeln, Tierschutz und -gesundheit sowie den sicheren Umgang mit Klientinnen und Klienten. Nach Bestehen der theoretischen und praktischen Prüfung erfolgt alle zwei Jahre eine Nachprüfung.
Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Anwendung in der Geriatrie. Der Kontakt von älteren Menschen mit einem Hund kann Erinnerungen aktivieren, Gespräche anregen und Ängste reduzieren. Auch motorische Fähigkeiten lassen sich spielerisch fördern, etwa durch das Streicheln des Hundes, das Werfen eines Balls oder kleine Geschicklichkeitsaufgaben.
Hautnah durften die Zuhörer selbst erleben, dass die Interaktion mit den Tieren sehr viel Spaß bereitet und oftmals ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass tiergestützte Therapie weit mehr ist als ein gelegentlicher Besuch eines Hundes. Sie erfordert eine fundierte Ausbildung, klare Qualitätsstandards und ein verantwortungsvolles Zusammenspiel von Mensch und Tier. Richtig eingesetzt kann sie einen wertvollen Beitrag für mehr Lebensqualität leisten und Brücken bauen, wo Worte manchmal fehlen.
Am Ende bedankte sich Katrin Schleicher, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, für den überaus kurzweiligen und sehr interessanten Vortrag von Marion Penzkofer.