Ausgerechnet an diesem Samstag streikten die Nürnberger Verkehrsbetriebe, als die Schüler der Schulschachgruppe der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule Amberg mit dem Zug zur Bayerischen Meisterschaft zu der am Stadtrand von Nürnberg liegenden Johann-Pachelbel-Realschule wollten. Früh um 7:15 Uhr am Amberger Bahnhof gestartet kam man dann doch bequem nach Nürnberg. Die Weiterfahrt mit dem Ersatzbus war dann etwas mühsamer, aber rechtzeitig erreichte man den Spielort. Dort warteten über 300 Schachschüler aus ganz Bayern. Die Amberger Realschule durfte diesmal sogar mit drei Teams in der Konkurrenz der Realschulen starten. Wenn eigentlich noch etwas zu grün hinter den Schachohren, bekamen die Youngster, die heuer sensationell den 3. Platz in ihrer Altersklasse in der Oberpfalz belegten und dort sogar beste Realschule waren, somit eine Chance, überregionale Turnierluft zu schnuppern. Gegen die viel ältere Konkurrenz schlugen sie sich gut und landeten bei drei Unentschieden, einem Sieg und zwei Niederlagen im hinteren Mittelfeld noch vor dem eigenen Team 2. Und was machte Team 1?
Letztes Jahr verfehlte das Aushängeschild hauchdünn den Platz auf dem Treppchen wie eigentlich bei jeder Meisterschaft seit Jahren. Schon damals kündigte der Schulschachlehrer und stellvertretende Schulleiter Andreas Rupprecht scherzhaft an: „Die Jungs sind heiß, nächstes Jahr wieder teilnehmen zu können. Ach ja, wahrscheinlich werden wir wieder Vierter.” Genauso kam es auch. Diesmal war es immerhin nicht so knapp wie die Vorjahre. Und ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass bei den Gegner mehrheitlich turnierharte Vereinsspieler saßen.
Herauszuheben ist das starke Ergebnis von Louis Lang (9A) am Brett 3 mit 6 Siegen aus 7 Partien. Aber jeder Amberger Spieler gewann in der harten Konkurrenz mindestens eine Partie, was bei der Rückreise mit einem Fastfood-Stopp am Nürnberger Hauptbahnhof schon mal gefeiert wurde. Nach einem langen Schachtag kehrten die fleißigen Schachschüler begleitet von der Elternbeiratsvorsitzenden Olga Golcer und ihrem Schachtrainer schließlich erschöpft, aber zufrieden, von der Meisterschaft zurück.