Mit einem eindrucksvollen Vortrag über die Krim – ihre bewegte Geschichte, ihre vielfältige Landschaft und ihre aktuelle Situation – eröffnete der KFK sein Jahresprogramm. Als Referent war Pfarrer Jörg Mahler aus Röslau zu Gast, ein äußerst sachkundiger Kenner der Region, der als ehemaliger Seelsorger vor Ort auf reiche Erfahrung zurückgreifen kann. Es gelang ihm, den Zuhörern in der bis auf den letzten Platz gefüllten Bibliothek die Krim auf sehr persönliche Weise näherzubringen. Dabei zeigte er sich als versierter Vermittler der Geschichte der Halbinsel, deren Entwicklung er bis zur Annexion durch Russland nachzeichnete. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die anschauliche Darstellung der Landschaft, unterstützt durch beeindruckende Fotos: die weite, trockene Steppe im Norden, das Krimgebirge im Süden mit bewaldeten Höhen, steilen Hängen und felsigen Küsten bei mildem Klima. Besonders fesselnd waren die Schilderungen seiner seelsorgerischen Tätigkeit, die zugleich Einblicke in den Alltag der Menschen auf der Krim boten. Er berichtete von den zahlreichen Pfarrgemeinden, deren Betreuung oft lange Tagesreisen erforderte, vom einfachen Leben, das sich überwiegend im Freien abspielte, sowie von einem starken Gemeinschaftsgefühl, das religiöse Unterschiede nicht kannte. Auch die wachsende Einflussnahme Russlands blieb nicht unerwähnt; eine Entwicklung, die schließlich in die Annexion 2014 mündete. Materiell sei das Leben für viele Menschen durchaus gesichert, da Russland für ein vergleichsweise stabiles Auskommen sorge; auf seelischer Ebene stelle sich die Lage jedoch komplexer dar. Für eine besondere musikalische Note sorgte die aus der Ukraine stammende Veronika Gerlang. Mit zwei ukrainischen Liedern bereicherte sie das Programm. Beide stammen aus Polissja, einer ethnokulturellen Region und einem historisch-geografischem Gebiet. Ihr Auftritt wurde mit großem Applaus bedacht. In die Darbietung der abschließenden Nationalhymne bezog sie auch ihren Ehemann Thomas und ihre Mutter Alla Khodzytska mit ein.