Bekannte Straßen und historische Gebäude in neuem Licht sehen – das erlebten 21 Mitglieder der FFW Siebeneichen beim „Historischen Stadtspaziergang”. Unter dem Motto „G´heirat und G´storben wird allerweil” brachte Stadtführerin Patrizia Zimmermann überraschende Geheimnisse ans Licht.
Ohne Zweifel älter Der Startschuss fiel am Schloss. Obwohl es anfangs regnete, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Die Führung räumte mit einem Mythos auf: Das vermeintliche Gründungsjahr 1026 erwies sich durch archäologische Funde als falsch – die Stadt ist rund 300 Jahre älter. Mauerreste und ein Kettenhemdring zeugen von der einstigen Burg. Die Teilnehmer erfuhren, wie Karstquellen die Stadtplanung prägten und dass sich das Areal unter Graf Berengar I. zur mächtigen Burg entwickelte. Auch die Umrisse einer Memorialkapelle mit Grafengräbern sowie die historische Verbindung nach Kastl wurden beleuchtet.
Unter dem Schutz der Stadtmauer Über das Hagtor führte der Weg „auf die Schanze” – pünktlich zum Wetterwechsel, als die Sonne durchbrach. Nach einem Exkurs zum Drachen „Ystorion” wurde am Stiberturm der Landshuter Erbfolgekrieg thematisiert, bei dem Landrichter Albrecht Stiber die erfolgreiche Abwehr organisierte. Durch eine Seitentür ging es in die romantische Lange Gasse. Am ehemaligen Neutor wurden auch die letzten Regenschirme verpackt. Am Knorr-von-Rosenroth-Brunnen erfuhr die Gruppe, wie fortschrittlich Pfalzgraf Christian August dachte: Er führte das Simultaneum ein (gemeinsame Kirchennutzung versch. Konfessionen). Die jüdische Ansiedlung machte Sulzbach durch den hebräischen Buchdruck und das „Sulzbacher Eszett” (ß) bekannt.
Rast an der goldenen Straße Stadteinwärts folgte die Gruppe der Goldenen Straße zum gotischen Rathaus und dem Gasthof „Zur Goldenen Krone”, dessen Wappen an die königliche Vergangenheit erinnern. Nach dem Geschichtsbrunnen klang der gelungene Tag gemütlich in einem Café bei Kaffee und Eis aus. Ein herzlicher Dank gilt der Stadtführerin.