MMC - Abordnung am Fahrenberg beim Einzug zum Festgottesdienst. (Bild: Birgit Bergmann)

„Klartext reden“ - 4. Fahrenbergfest mit 74. Männer- und Familienwallfahrt – Domvikar Dr. Christian Schulz spricht über Streit, Schuld und Versöhnung

„Klartext unter Brüdern und Schwestern – franziskanisch streiten, christlich versöhnen“ – unter diesem Leitgedanken stand das 4. Fahrenbergfest zum Fest Mariä Geburt. Zugleich wurde auf dem Fahrenberg die 74. Männer- und Familienwallfahrt der nördlichen Oberpfalz gefeiert. Zahlreiche Gläubige waren zum „Heiligen Berg der Oberpfalz“ gekommen. Bereits am Morgen machten sich die ersten Pilger auf den Weg. Um 8.30 Uhr feierten die Thanhausener Fußwallfahrer eine Heilige Messe in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung. Eine weitere Pilgergruppe brach um 9.15 Uhr an der Pfarrkirche St. Sebastian in Waldthurn zum Fahrenberg auf. Zum Höhepunkt des Wallfahrtstages versammelten sich die Gläubigen um 10.30 Uhr zum Festgottesdienst am Freialtar. Die Trachtenkapelle Waldthurn unter der Leitung von Josef Pflaum sen. begleitete den feierlichen Einzug der MMC-Fahnenabordnungen der Marianischen Männerkongregationen aus der Diözese Pilsen, aus Waldthurn, Vohenstrauß, Speinshart, Kemnath, Kulmain, Nabburg, Luhe, Pressath und Mockersdorf (Neustadt am Kulm). „Allen Wallfahrern, die zu Fuß oder mit dem Auto zum Fahrenberg gekommen sind, begrüße ich zur Feier der Geburt Mariens“, sagte der Waldthurner Pfarrer Norbert Götz. Mit der Geburt der Gottesmutter habe Gott ein neues Kapitel aufgeschlagen, nämlich die Menschen heimzuholen und durch Jesus Christus zu erlösen.
Patroziniums - Kirchenzug zur Lennesriether Kirche St. Jakobus mit Pfarrer Norbert Götz, Vereinen, Gremien und Trachtenkapelle Waldthurn (Bild: Franz Völkl)

Das Patrozinium der Mutterkirche gefeiert

Im Dorf Lennesrieth verschmilzt seit vielen Jahren die kirchliche und weltliche Tradition im Rahmen der Dorfgemeinschaft zum alljährlichen Jakobifest. Die dortige Dorfkirche St. Jakobus, eine beliebte Hochzeitskirche, ist dem Apostel Jakobus dem Älteren, Patron der Pilger, der einer der allerersten Jünger Jesu war, geweiht. Der Namenstag des Jakobus war bereits am Samstag, doch feierte die Lennesriether Dorfgemeinschaft mit vielen Gästen das Patrozinium am Sonntag. Der Kirchenzug zur Feier des Patroziniums dieser Mutterkirche der Waldthurner Pfarrei nahm im unteren Dorf Aufstellung und marschierte schmissig angeführt von der Trachtenkapelle Waldthurn, gefolgt von der Landjugend, MMC, Frauenbund, den Feuerwehren Lennesrieth, Waldthurn und Spielberg, Landvolk, den Tellschützen Spielberg und den einheimischen Bayerntreu-Schützen über den Dorfberg in Richtung Gotteshaus. Pfarrer Norbert Götz zog mit den Vereinen, Gläubigen, Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, Bürgermeistern und Markträten in das schmucke Gotteshaus ein. Hans Feiler aus Oberbernrieth spielte an der Orgel, die Lennesriether Mesnerin Sieglinde Ertl sprach die Lesung und Fürbitten. Der Waldthurner Chor Amicanti unter der Leitung von Manuela Grünauer untermalte diesen Festgottesdienst, begleitet von Annika Pankotsch am E-Piano und Julia Mäckl auf der Klarinette mit Präzision, Herz und viel Gefühl. Als einer der Festmesse-Ministranten fungierte Jakob Lukas aus Albersrieth, der tags zuvor den Namenstag gefeiert hatte und passend zum Festtag seinen Dienst am Altar versah. Götz nannte den Heiligen Jakobus als einen der ersten und engsten Apostel von Jesus Christus. Jakobus sei der Heilige der Pilger und er sei eine Art Kompass auf dem Weg zu und mit Jesus Christus. Nach Jakobus ist einer der wichtigsten Pilgerwege in Europa benannt – der berühmte Jakobsweg, der bis „zum Ende der Welt“ in Santiago de Compostela führt. Nach der Patroziniumsmesse schloss sich ein zünftiger Jakobifrühschoppen in der Dorfmitte mit der Trachtenkapelle Waldthurn, die „444“ in riesigen Holzzahlen aufgestellt hatte, um auf ihr 444-jähriges Jubiläum am 15. August 2026 hinzuweisen, an. Georg Bocka begrüßte die Gäste erstmals in seiner Funktion als Bürgermeister von Waldthurn und Lennesriether Dorfsprecher zugleich. Er freute sich, dass der Andrang bei diesem Traditionsfest so groß war und dankte besonders den beteiligten Vereinen. Der „Kramer aus Oberbernrieth“ versorgte die vielen Gäste am Mittagstisch mitten im Dorf. Am Nachmittag sorgten der Waldthurner Richard Wagner und Schorsch Bauer aus Schwarzenfeld bis in den Abend für beste Stimmung und Unterhaltung am Dorfplatz. Nicht fehlen durfte die Kaffeestube im „Schneinder-Anwesen“. Zufriedene Gesichter hatten diejenigen, die eines der Brote, ein Stück Zwiebelkuchen, einen Schmierkuchen oder auch Butterbrot, Griebenfettbrot, „Schnillingbrot“, Geräuchertes auf Brot der berühmten Lennesriether Dorfbäckerinnen ergattern konnten.
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