Letzte Auszeit vom Alltag: Veronika Miller-Wabra präsentierte zum Abschluss der „Punkt 12-Konzerte in St. Josef französische Harfenmusik. Das Instrument verbindet wohl wie kaum ein anderes Klang und Gefühl. (Bild: Martin Staffe)

Harfenistin Veronika Miller-Wabra beschließt „Punkt 12-Konzerte” in St. Josef

Eindrucksvoller Schlussakkord der Andachtsreihe „Punkt 12” in der Weidener Josefskirche: Die Harfenistin Veronika Miller-Wabra beendete am Samstag, 26. September, mit Bravour die gut angenommenen Mittagskonzerte in der bedeutenden Jugendstilkirche, die in diesen Tagen ihr 125-jähriges Weihejubiläum feiert. Weit über 50 Besucher bedankten sich mit langanhaltendem Beifall. Die Aufführungen standen unter der Überschrift „Französische Musik für Harfe”. Miller-Wabra wartete anfangs mit Werken von Henriette Renié (1875-1956) und Philippe Jacob Mayer (1737-1819) – beide herausragende Virtuosen auf der Harfe – auf. Reniés „Angelus”, Esquisse” und „Au bord du Ruisseau” präsentierte die Künstlerin aus Oberviechtach musikalisch zart und ausdrucksvoll, ruhig und trotzdem klangvoll. Auch bei Mayers Sonate op.3/6 verstand es die Musikerin ausgezeichnet, den Stücken Andante, Un poco Allegro und Minuetto ihre eigene Note zu verleihen. In seinen Variationen für Harfe lässt Marcel Samuel-Rousseau (1282-1955) viele typische Klangfarben des Instruments leuchten: Arpeggien, Flageoletts, Bisbigliando.... Den Abschluss bildete die Arabesque von Claude Debussy (1862-1918). Ursprünglich für Klavier komponiert, ist sie auch ein beliebtes Werk für Harfe. Das fließende, impressionistische Klanggemälde lebt von Atmosphäre und Bewegung, was Miller-Wabra, die von klein auf Harfe spielt, bestens zum Ausdruck brachte und so ein wenig himmlische Glückseligkeit vermittelte. Die Lesungen des Sonntags und das Segensgebet trug Dr. Thomas Kreuzer vor. Er ist auch Ansprechpartner für den Sachausschuss Kirchenmusik, der die Sommerreihe „Punkt 12” organisiert. Viele freuen sich schon auf die Fortsetzung 2027.
Der ehemalige Domspatz, Gitarrist und Sänger Peter Ermer begeisterte in der Josefskirche. (Bild: Joel Kimmich)

Jubiläum für Sänger und Gitarrist Peter Ermer bei „Punkt 12” in St. Josef Weiden

Zur musikalischen Mittagsandacht „Punkt 12” konnte die Pfarrei St. Josef am Samstag, 5. September, wieder den Altenstädter Sänger und Gitarristen Peter Ermer begrüßen. Seit 2016 bereichert er jedes Jahr die im Sommer stattfindende Konzertreihe. Der ehemalige Domspatz studiert Gesang an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Seit seinem Debüt in Weiden vor zehn Jahren hat sich der Tenor und klassische Gitarrist auch schon auf größeren Bühnen einen Namen gemacht. Mit bewundernswert kraftvoller Stimme, die mühelos das große Kirchenschiff erfüllte, bezauberte er die zahlreichen Besucher auch in dieser Saison. Zum Auftakt erinnerte er an Reinhard Mey mit „Ich wollte wie Orpheus singen”. Es folgten zwei weitere Stücke des populären Liedermachers „In meinem Garten” und „Manchmal, da fallen mir Bilder ein”. Nach diesem nachdenklichen Abschnitt ging es heiterer weiter: Ermer stellte vier von Schuberts über 600 Liedern vor: „Das Wandern”, „Die Forelle”, „Der König von Thule” und „Seligkeit”. So manch Zuhörender wurde dabei an den Musik- und Deutschunterricht erinnert. Der dritte Teil war dem Volkslied gewidmet. Zunächst präsentierte der frühere Domspatz passenderweise das bekannte „Als wir jüngst in Regensburg waren”. Und - schon einmal beim Thema Liebe angekommen - folgten noch „Mein Mädel hat ein Rosenmund”, „Ännchen von Tharau” und schließlich das wunderschöne „Abends will ich schlafen gehen” aus der Oper Hänsel und Gretel. Im Verlauf der Andacht trug Lektor Ferdinand Meier die Sonntagslesungen vor und rundete das Konzert mit einem Segensgebet ab. Zum Schluss erklang das allseits bekannte „Von guten Mächten wunderbar geborgen” in der Bearbeitung von Siegfried Fietz. Erst nach drei Zugaben - „So it goes”, „Go Tell It on the Mountain” (mit Unterstützung des Publikums) und „Guten Abend, gut' Nacht” - entließ das dankbare und sichtlich bewegte Publikum den jungen Künstler.
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