Domkapitular Josef Kreiml firmte am Samstagvormittag 92 Jugendliche aus den Weidener Innenstadtpfarreien in der Herz-Jesu-Kirche.  (Bild: Helmut Kunz)

92 Jugendliche werden in der Herz-Jesu-Kirche gefirmt

Die Innenstadtpfarreien feierten am Samstagvormittag gemeinsam die Firmung in der Herz-Jesu-Kirche. Domkapitular Josef Kreiml spendete 92 Firmlingen das Heilige Sakrament. Mit ihm am Altar standen als Konzelebranten Stadtpfarrer Markus Schmid und Kaplan Wolfgang Weiher von St. Josef, Stadtpfarrer Gottfried Schubach von der Pfarreiengemeinschaft Herz Jesu und St. Johannes, Stadtdekan Johannes Lukas von St. Konrad sowie Stadtpfarrer Thomas Jeschner und Pfarrvikar Malachy Ukaonu von der Pfarreiengemeinschaft St. Elisabeth und Maria Waldrast. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Jugendchor unter der Leitung von Simon Hoffmann. Mit seinen Liedern verlieh er dem festlichen Gottesdienst einen würdigen und zugleich jugendlichen Charakter. Im Mittelpunkt der Feier stand jedoch die Spendung des Firm-Sakramentes. Domkapitular Kreiml legte den Firmlingen in Anwesenheit ihrer Patinnen und Paten die Hände auf und salbte sie mit Chrisam. Die Firmung gilt als Sakrament der Stärkung und Bekräftigung des Glaubens. In seiner Predigt stellte Kreiml die enge Verbindung zwischen Taufe und Firmung heraus. „Taufe und Firmung gehören ganz eng zusammen“, sagte er. Während die Taufe bei den meisten Menschen bereits im Säuglingsalter gefeiert werde und deshalb nur noch durch Erzählungen oder Fotos in Erinnerung sei, treffe die Firmung junge Menschen in einer Lebensphase, in der sie ihren Glauben selbst bekennen könnten. „Jetzt seid ihr in einem Alter, wo ihr schon selbst wollt, wo ihr euch selbst entscheiden wollt“, wandte sich der Domkapitular direkt an die Jugendlichen. Mit ihrer Anmeldung zur Firmung hätten sie bewusst „Ja“ zum Glauben und zur Kirche gesagt. Zugleich ermutigte er sie, ihren Glauben auch im Alltag zu leben und sich als Teil der kirchlichen Gemeinschaft zu verstehen. Mit Blick auf die Briefe des Apostels Paulus erklärte Kreiml, dass christlicher Glaube Gemeinschaft stifte und das Leben bereichere. Der Glaube schenke Freude und Orientierung. „Das wird für euch bestimmt der tiefste Grund gewesen sein, heute hier zu sein, um das Sakrament des Heiligen Geistes zu empfangen“, sagte er. Die Firmung als wichtiger Meilenstein auf dem persönlichen Glaubensweg. Zum Abschluss seiner Predigt erläuterte der Domkapitular die Bedeutung des Heiligen Geistes. Dieser werde in der christlichen Tradition durch verschiedene Symbole dargestellt, besonders durch die Feuerzungen des Pfingstereignisses. Deshalb trugen die Geistlichen während der Feier rote Messgewänder: Die liturgische Farbe des Heiligen Geistes.
Doris Zeitler und Marion Neuner aus dem Vorstandsteam vom katholischen Frauenbund Herz Jesu und St. Johannes überreichten dem Referenten Manuel Häffner einen Geschenkkorb.  (Bild: Manuel Häffner)

Vortrag „Bestattungskultur im Wandel der Zeit” begeisterte zahlreiche Besucher

Einen eindrucksvollen Einblick in die Entwicklung der Bestattungskultur von der Antike bis zur Gegenwart bot der Vortrag „Bestattungskultur im Wandel der Zeit“, zu dem der katholische Frauenbund Herz Jesu und St. Johannes ins Pfarrheim Herz Jesu eingeladen hatte. Der große Saal war mit vielen Interessierten gut besucht. Nach einem Stehempfang eröffnete der Pfarrgemeinderatssprecher der Pfarrei Herz Jesu, Manuel Häffner, den Abend. Mit fundierten statistischen Zahlen zur Anzahl der Sterbefälle in der Stadt Weiden und einer Übersicht über die städtischen Friedhöfe gewährte er den Besuchern einen informativen Überblick. Dabei zeigte der Referent anschaulich auf, wie sich die Bestattungstraditionen wandeln. Während früher überwiegend Erdbestattungen üblich waren, sind heute die Urnenbeisetzungen auf dem Vormarsch. Alte Fotos der Friedhöfe in Weiden vermittelten anschaulich die Veränderungen im Laufe der letzten Jahrzehnte. Auch beim Trauerdruck hat sich sehr viel verändert. Damals wurde das Sterbebild meist ohne Foto des Verstorbenen gedruckt und die Todesanzeige wurde nur in schwarz-weiß veröffentlicht. Heute sind ein Foto der verstorbenen Person auf dem Gedenkbild und der Farbdruck in der Traueranzeige kaum noch wegzudenken. Besonderes Interesse fanden die Einblicke in die historische Bestattungskultur, eine regelrechte Zeitreise, die von antiken Begräbnisritualen bis zu modernen Trends führte. Zudem konnte eine ausgestellte Schmuckurne von den Besuchern aus nächster Nähe betrachtet werden. Zwischen informativen Abschnitten fand auch der Humor seinen Platz. Unter dem Motto „So stirbt man standesgemäß“ wurden unterhaltsame Sprüche wie „Den Pfarrer segnet das Zeitliche“ oder „Der Religiöse muss dran glauben“ präsentiert, die das Thema Tod auf eine heitere Art beleuchteten. Im Anschluss erfolgte ein reger Austausch, bei dem zahlreiche Fragen der Zuhörer beantwortet wurden. Tote zu begraben gilt in der katholischen Kirche als ein Werk der Barmherzigkeit. Diesem Akt der Nächstenliebe schenkte Manuel Häffner besondere Bedeutung. Daher bildete eine besinnliche Andacht für die Verstorbenen einen würdigen Rahmen, der den Themenabend einzigartig abrundete. Stadtpfarrer Gottfried Schubach spendete dazu abschließend allen Betern den Segen. Die Veranstaltung bot allen Anwesenden nicht nur wertvolle Informationen, sondern auch Raum für Gemeinschaft im Glauben, Nachdenklichkeit und eine tiefgründige Auseinandersetzung mit solch einem wichtigen Thema. Der katholische Frauenbund mit dem Vorstandsteam um Doris Zeitler und Marion Neuner dankte Manuel Häffner herzlich für den äußerst interessanten und bereichernden Vortrag mit einem Geschenkkorb.
Stadtpfarrer Gottfried Schubach und Pfarrvikar Reinold Bogensperger tauchen die Osterkerze ins Weihwasserbecken.  (Bild: Helmut Kunz)

Lumen Christi erleuchtet die Dunkelheit auch in „bitterer Gegenwart”

Zwischen Dunkelheit und Morgengrauen, zwischen Stille und festlichem Jubel: In der Herz-Jesu-Kirche haben die Gläubigen den frühen Ostersonntagmorgen als „Nacht der Nächte“ begangen. Die Osternachtfeier, der wichtigste Gottesdienst im Kirchenjahr, führte tief hinein in die Mysterien des Glaubens und zugleich auch mitten hinein in die Wirklichkeit der Gegenwart. Am Osterfeuer vor dem Portal entzündete Stadtpfarrer Gottfried Schubach die Osterkerze, Symbol für Christus als das Licht der Welt. Mit dem dreifachen Ruf „Lumen Christi!“ zogen Pfarrer Schubach und Pfarrvikar Reinold Bogensperger mit den Ministranten in die dunkle Kirche ein. Nach und nach verbreitete sich das Licht der Kerzen unter den Gläubigen in den Bänken, als Hoffnungszeichen in einer unruhigen Welt. Die Liturgie dieser Nacht gilt als besonders dicht und bedeutungsvoll: In Lesungen wird der Bogen von der Schöpfung bis zur Befreiung Israels aus Ägypten gespannt. Es wird erzählt von zentralen Heilsereignissen, die den Glauben tragen. Die Osternacht vereint Lichtfeier, Wortgottesdienst, Taufgedächtnis und Eucharistie zu einem großen Ganzen. Sie erinnert daran, dass mit der Auferstehung Jesu der Übergang vom Tod zum Leben zelebriert wird. Mit dem festlichen „Gloria“, eindrucksvoll getragen vom Kirchenchor, brach schließlich der österliche Jubel durch die zuvor stille Kirche. Glockenklang und Orgel ließen die Botschaft hörbar werden: Kerzen wurden entzündet. Der Sieg des Lebens gefeiert. Doch Pfarrer Schubach spannte den Bogen bewusst noch ein Stück weiter. Er erinnerte an „die bittere Gegenwart“ und das Leid in der Welt. In Gaza, Israel, im Sudan, in der Ukraine und im Iran und im gesamten Nahen Osten. Gerade an einem „Freudentag wie Ostern“ werde deutlich, wie sehr die Hoffnung der Auferstehung gebraucht werde, sagte er. In der Weihe des Weihwassers und der Erneuerung der Taufversprechen zeigte sich das zentrale Motiv: Die Erneuerung des Lebens. Am Ende standen Ostereier, die Ministranten an die Kirchenbesucher verteilten und Begegnung im Pfarrheim bei Kaffee und Kuchen.
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