Stefan Segerer (links) informiert die Mitglieder des Oberpfalzvereins über seine Ukrainehilfen. (Bild: Martina Witt)

Oberpfalzhauptverein informiert sich

Sie waren nicht mit leeren Händen zur Firma Segerer, Speditions- und Logistikunternehmen, im Gewerbegebiet von Luhe-Wildenau, gekommen: die Vertreter des Oberpfalz-Hauptvereins. Sie hatten Spenden, angefangen vom Kinderdreirad über Kleidung bis hin zu Spielsachen, dabei. Freudestrahlend nahm der Chef des Unternehmens, Stefan Segerer, auch eine Spende von 500 Euro entgegen. Denn seit Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar 2022 fährt die Firma Segerer Hilfstransporte in das Kriegsgebiet. „Etwa 100 Tonnen werden wir heuer schon transportiert haben“, überschlägt der Chef, der sich selbst ein paar Mal im Jahr ans Steuer einer seiner Lastzüge setzt und bis wenige Kilometer vor Kiew fährt. „Ich will schon wissen, was mit den Spenden passiert und wo die landen.“ Mittlerweile habe man feste Partner vor Ort, die sich um die Verteilung und teilweise auch um die Sortierung der Spenden kümmern. In seiner Firma werden die angelieferten Sachen meist schon mal vorsortiert und verpackt. Schon seit über zehn Jahren, so lange ist man etwa auch in der „Oberen Tratt“ ansässig, engagiert sich das Unternehmen karitativ nach dem Motto „Midanand“. Davon profitieren auch andere Bedürftige. Nicht nur seine Familie steht hinter Stefan Segerer, auch seine mittlerweile rund 70 Beschäftigten aus 13 Nationen ziehen voll mit. Rund 20.000 Euro Frachtkosten kämen im Jahr schon zusammen, schätzt der Unternehmer, der bei seinen Aktionen auch von anderen großen Firmen wie Horsch in Schwandorf unterstützt wird. Über die viele Bürokratie, etwa bei den Zollformalitäten, kann er nur den Kopf schütteln. Ein besonderes Ziel bzw. Anliegen sind ihm die Kinderheime. „Die Zahl der Kinder mit Behinderungen ist auffallend groß.“ Und auch die alten Menschen, die oft kaum das Nötigste zum Überleben hätten, wolle man primär unterstützen. Die Besuchergruppe zeigte sich schwer beeindruckt. In der anschließenden Jahreshauptversammlung im A93 wurde Dr. Karl-Heinz Preißer als Vorsitzender des Hauptvereins des Oberpfalzvereins bestätigt. Sein Stellvertreter ist Eberhard Polland aus Tirschenreuth, Kassenwart Ralf Linhart, Weiden. Die Finanzen prüfen Hans Scharnagl und Hermann Vollath. Einen Zuschuss in Höhe von 700 Euro gewährt der Hauptverein dem Oberpfalzverein Tirschenreuth für den Arbeitskreis Historisches Handwerk. Die Hauptversammlung im nächsten Jahr wird der Weidener Verein ausrichten.
Architekt Karlheinz Beer (2.v.re.) diskutiert mit Mitgliedern des Oberpfalzvereins über die Zukunft des Bauens in der Region.  (Bild: Silke Winkler)

Vortrag im Oberpfalzverein

Der Erhalt der historischen Bausubstanz in der Region liegt dem Oberpfalzverein am Herzen. Dass der Verein den Architekten und Stadtplaner Karlheinz Beer als Referenten für einen Vortrag zum Thema „Der Heimat Zukunft Bauen“ gewinnen konnte, erwies sich als großer Glücksfall. Der Inhaber des gleichnamigen Architekturbüros kennt nämlich nicht nur die schönen Ecken von Weiden, sondern auch die zahlreichen Bausünden, die das gegenwärtige Stadtbild prägen. Diese stellte Karlheinz Beer in einem ebenso amüsanten wie ernüchternden Vortrag im Alten Schulhaus vor. Gleich zu Beginn seines Vortrags über die Zukunft des Bauens in der Region machte der Referent deutlich: „Qualitätvolles Bauen ist keine Selbstverständlichkeit.“ Ein positives Beispiel für gute Bauqualität sei die Altstadt von Weiden, da sie mit ihrer architektonischen Harmonie und den Grünflächen für Lebensqualität sorge. Damit endeten allerdings die guten Nachrichten über die Baukultur in Weiden. Gerade der lieblose Umgang mit qualitätvoller Bausubstanz sei laut Beer programmatisch für die Max-Reger-Stadt. Hierzu gehören unter anderem der Verkauf des denkmalgeschützten Flurerturms per Bieterverfahren sowie der vom Bauausschuss beschlossene Abbruch des historischen Wohnkomplexes in der Schweigerstraße, der glücklicherweise verhindert werden konnte. Auch der Bau des NOC sei ein Beispiel für ein eigentümliches Verständnis von baulicher Qualität. „Mit solchen und anderen stadtplanerischen Fehlentscheidungen hat man in den letzten Jahren viele positive Entwicklungen verhindert“, erklärte Beer den rund 40 Zuhörern. Die sich an den von Josef Karl organisierten Vortrag anschließende Diskussion zeigte das breite Interesse an dem Thema.

Über beiunsdaheim.de:

north