Aus dem Nachlass des Künstlers Rainer Birzers wechselte ein Sandgemälde den Besitzer. Kollege Hari Beierl erwarb das Gemälde von der Witwe auf der Ausstellung der Kultur Freunde Pirk mit Vorsitzendem Karl Prell (von links). (Bild: Kerstin Kiener)

Pirker Kultur Freunde zeigen Rainer Birzers vielseitiges Werk

Auf großes Interesse stieß die Ausstellung mit Werken des 2015 verstorbenen Künstlers Rainer Birzer, zu der die Pirker Kultur Freunde am Sonntag ins katholische Pfarrheim eingeladen hatten. Vorsitzender Karl Prell zeigte sich mit dem Besuch sehr zufrieden. Auch einige der ausgestellten Werke wechselten den Besitzer. Im Mittelpunkt standen die „Oberpfälzer Sagengestalten“. Die Figuren erinnern an bekannte Gestalten aus den Sammlungen des Volkskundlers Franz Xaver von Schönwerth. Daneben konnten die Besucher weitere Facetten des vielseitigen künstlerischen Schaffens entdecken, darunter die Serien „Sandbilder“ und „Ballett-Tänzer“. Karl Prell erinnerte in seiner Eröffnungsrede an den Lebensweg des Künstlers. Der 1956 in Bärnau geborene Birzer lebte und arbeitete von 1988 bis 2014 in Enzenrieth. Nach seiner Ausbildung zum Porzellanmaler machte er sich um 1980 selbstständig. Neben der Restaurierung von Gemälden und sakraler Kunst widmete er sich der Malerei und Buchillustrationen. So illustrierte er unter anderem das Pirker Heimatbuch sowie das Mundartbuch von Ferdinand Schönberger. Birzer gehörte der Künstlergruppe FUTURA 87 in Windischeschenbach an und beteiligte sich mit ihr an zahlreichen Ausstellungen in Deutschland. Auch im Geozentrum ist eines seiner Werke zu sehen: das Bild „Der Bohrwurm“. Dass die Ausstellung zustande kam, ist Birzers Witwe Christine zu verdanken. Sie stand den Besuchern für Fragen zu den Bildern und deren Verkauf zur Verfügung. Für die musikalische Umrahmung der Eröffnung am Vormittag sorgte David Ermer auf der Steirischen Harmonika. Am Nachmittag bot das Kunst-Café Gelegenheit, die Ausstellung in gemütlicher Atmosphäre zu besuchen und sich über die Werke auszutauschen. Die gelungene Veranstaltung würdigte das Schaffen eines Künstlers, dessen Arbeiten der Region auf vielfältige Weise verbunden sind.
Bis auf den letzten Platz besetzt war die Pirker Marienkirche bei der Konzertandacht an Mariä Himmelfahrt mit der Geigerin Veronika Gerber. (Bild: Kerstin Kiener)

Zwischen Leid und Himmelfahrt: Mariä Himmelfahrt in Pirk

„Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag“, sagt eine alte Bauernregel. Wenn sie Recht behält, dürfen sich die Pirker auf einen sonnigen Herbst freuen. Bei strahlendem Sonnenschein und großer Sommerhitze fanden die Besucher in der Marienkirche Maria Heimsuchung einen angenehm kühlen Ort für die Konzertandacht zu Mariä Himmelfahrt. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Für die musikalische Gestaltung sorgte die aus Weiden stammende Geigerin Veronika Gerber. Mit ihrer konzentrierten und ausdrucksvollen Interpretation verlieh sie den Werken von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann eine ganz eigene Klangfarbe. Dabei verstand sie es, die unterschiedlichen Charaktere der Kompositionen herauszuarbeiten und die Zuhörer mit ihren Werkeinführungen in die musikalische Gedankenwelt des Abends mitzunehmen. Besonders eng verband Gerber die Musik mit dem Kirchenraum. Sie lenkte den Blick auf die Darstellungen von Mariä Verkündigung, Mariä Heimsuchung und Mariä Himmelfahrt sowie auf die Krönung Mariens am Altar. Auch die Werke selbst nahm sie in diesen Zusammenhang. Bachs Sonate in g-Moll stellte sie der Leidensgeschichte Mariens gegenüber. Mit Telemanns Fantasie in A-Dur wechselte die Stimmung: Die Musik konnte als freudiger Jubel über die Himmelfahrt Mariens verstanden werden. Bachs Partita in E-Dur führte diesen Gedanken weiter – hin zur Hoffnung und Freude des christlichen Glaubens. Der Vorsitzende der Kultur Freunde Pirk, Karl Prell, übernahm die Andachtsteile und verband die musikalischen Beiträge mit Gebeten und geistlichen Impulsen. So entstand eine rund einstündige Feier, in der Musik und Glaube miteinander verbunden wurden. Einen glanzvollen Schlusspunkt setzte Veronika Gerber mit Franz Schuberts „Ave Maria“ als Zugabe. Die innige Melodie ließ die besondere Atmosphäre des Abends noch einmal aufleuchten und wurde zu einem stimmungsvollen musikalischen Ausklang. Anschließend bot der Frauenbund passend zum Fest Kräuterbüschel zum Verkauf an. Bei einem Umtrunk auf dem Kirchenvorplatz und guten Gesprächen klang der Abend der Kultur Freunde Pirk gesellig aus.
Erzählkunst und Musik verbanden Agnes O. Eisenreich, Hans Wax und Stefan Huber (von links) im Galeriesaal zu einem stimmungsvollen Abend. (Bild: Kerstin Kiener)

Geistergeschichten und Gitarrenklänge bei den Kulturfreunden Pirk

Der Wetterbericht hatte Blitz, Donner und raue Unwetter angekündigt. Bekommen haben die Besucher am Sonntagabend stattdessen kopflose Gestalten, dunkle Mächte, unheimliche Begegnungen und jede Menge oberpfälzische Bauernschläue. Die Veranstaltung „Aus der wilden Oberpfalz – Alte Geschichten neu erzählt“ war vorsorglich vom Innenhof in den Galeriesaal des Schwabhofs verlegt worden und fand dort eine Kulisse, die kaum besser hätte passen können. Gedimmtes Licht und die geheimnisvollen Geschichten sorgten für die passende Atmosphäre. Agnes O. Eisenreich griff auf Sagen, Märchen und Erzählungen zurück, die der Volkskundler Franz Xaver Schönwerth im 19. Jahrhundert in der Oberpfalz gesammelt und bewahrt hatte. Vieles erinnerte an die Märchenwelt der Brüder Grimm, fiel jedoch oft deutlich rauer und schauriger aus. Die Fernsehjournalistin las die Geschichten nicht vor, sondern erzählte sie frei und lebendig. Dabei schlug sie immer wieder den Bogen zur Lebenswelt der Menschen, aus der die Erzählungen entstanden waren. Schnell wurde deutlich, dass Hans Wax und Stefan Huber weit mehr als musikalische Begleiter waren. Mit einer beeindruckenden Vielfalt an Instrumenten schufen sie Klangbilder, die die Geschichten aufgriffen und weitererzählten. Mal erklang der böhmische Dudelsack, mal die Schlagzither, wenig später überraschten virtuose Gitarrenpassagen. Volksmusik, Jazz, Rock und folkloristische Einflüsse gingen dabei beinahe nahtlos ineinander über. Die beiden Musiker wurden selbst zu Mit-Erzählern des Abends. Gerade dieses Wechselspiel aus Wort und Klang machte den Reiz des Programms aus. Trotz hochsommerlicher Temperaturen vergingen die knapp drei Stunden erstaunlich schnell. Als die letzten Töne verklungen waren, kehrten die Besucher aus der „wilden Oberpfalz“ wieder in die Gegenwart zurück. Das angekündigte Unwetter war ausgeblieben – die schaurigen Geschichten hatten ihre Wirkung dennoch nicht verfehlt.
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