Auf dem Foto zu sehen sind die Jubilarinnen für 25 Jahre Mitgliedschaft beim Frauenbund mit stellvertretenden Diözesanvorsitzenden Kerstin Aufschneider, Marina Haberkorn, Melanie Färber (beide Vorsitzenden-Team) und geistlicher Beirat Pfarrer Mader. (Bild: Anna Maria Raab)

Feier zu Ehren der Mütter und Frauen

Zu einem Ehren- und Dankabend hatte der Katholische Frauenbund Sulzbach-Rosenberg Frauen und Mütter ins Kettelerhaus eingeladen. Höhepunkt der Feier war die Ehrung langjähriger Mitglieder sowie die Aufnahme neuer Mitglieder in den Verband. Marina Haberkorn und Melanie Färber vom Vorsitzenden-Team hießen über 100 Frauen im festlich geschmückten Saal willkommen. Mitglieder des Führungsteams gestalteten die Feier mit besinnlichen Texten und Liedern. Kerstin Aufschneider, stellvertretende Diözesanvorsitzende, dankte allen Damen des Führungskreises für ihre großartige Arbeit im Zweigverein und auch allen anwesenden Damen für ihre zahlreichen Teilnahmen an den verschiedensten Aktivitäten. Anschließend nahm Frau Aufschneider zusammen mit geistlichen Beirat Pfarrer Herbert Mader die Ehrungen vor. Frau Aufschneider überbrachte die Grüße der Diözesanvorstandschaft und dankte den Jubilarinnen für ihre lange Treue zum Frauenbund. Ein seltenes Jubiläum feierten Barbara Haasmann und Getrud Wendl, die seit 60 Jahren beim Frauenbund sind. Die Ehrennadel in Gold mit Stein und weitere Geschenke konnte Frau Haasmann jedoch nicht persönlich entgegennehmen. Seit 40 Jahren halten Waltraud Andersch, Angela Birner, Margot Dirschedl, Erika Donhauser, Gisela Hollederer, Marion Kaufmann, Monika, König, Ingeborg Kolb, Brigitte Krölloff, Angela Leistl, Christl Lösch, Ingeborg Meier, Getrud Meind, Monika Morgenschweis, Elfriede Rösch, Hildegard Segerer, Therese Sulzmaier und das langjährige Gesicht der Vorstandschaft Evi Rauch dem Frauenbund die Treue. Dafür erhielten sie die Goldnadel des Diözesanverbands. Mit der Silbernadel für 25 Jahre Treue zum Frauenbund wurden Andrea Haller-Trepesch, Anneliese Hausknecht, Brigitte Kästl, Johanna Prüll, Sabine Stümpfl, Karin Übler und Klara Waninger ausgezeichnet. Alle Jubilarinnen erhielten zu ihren Nadeln noch eine Rose. Mit großer Freude begrüßte das neue Vorsitzenden-Team Melanie Färber, Marina Haberkorn, Bettina Güthe und Anna Raab drei neue Mitglieder im Zweigverein. Die Bundesnadel und eine Rose als Willkommensgruß bekamen Dr. Sophie Gebel, Susanne Luber und Brigitte Heldrich. Anschließend wurden die Gäste mit Schnittchen und Bowle bewirtet, die das Führungsteam und Mitglieder des Frauenbunds vorbereitet hatte.
Florian Speil beim Vortrag in der Synagoge (Bild: Evi Rauch)

Frauenbund zu Besuch in der Synagoge

Der kath. Frauenbund Sulzbach-Rosenberg besuchte die Amberger Synagoge. Florian Speil von der Israelitischen Kultusgemeinde erzählte den Teilnehmern, dass 1294 die jüdische Gemeinde Amberg erstmals schriftlich erwähnt wurde. Im 14. Jahrhundert wohnten jüdische Familien in Amberg in einem jüdischen Viertel in der Umgebung der heutigen Frauenkirche. 1384 wurde eine Synagoge gebaut. In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Amberger Synagoge auf der Straße verbrannt. Die Fenster der Synagoge wurden zugenagelt und sie wurde während des Krieges als Lebensmittellager benutzt. Ab 1990 wuchs die Anzahl der jüdischen Amberger wieder durch Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion. 2007 gehörten 250 Personen zur jüdischen Gemeinde Amberg. Zurzeit sind es 150 Gläubige. Seit 2013 hat die jüdische Gemeinde Amberg einen eigenen Rabbiner, den Amberger Elias Dray. Florian Speil ging weiter auf die Sulzbacher Torarolle ein. Die Torarolle wurde für die Synagoge von Sulzbach auf Pergament geschrieben. Dafür wurden dreißig Tierhäute aneinandergefügt, sodass eine Länge von 24 Metern und eine Höhe von 65 Zentimetern zustande kam. Sulzbach hatte von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein blühendes jüdisches Gemeindeleben. Bis 1851 existierte in der Stadt über fast zwei Jahrhunderte eine der weltweit bedeutendsten hebräischen Buchdruckereien. Tatsächlich konnte der Amberger Rabbiner Leopold Godlewsky die Tora vor der Pogromnacht ins Heimatmuseum der Stadt Amberg in Sicherheit bringen, wo sie den Nationalsozialismus überdauerte. Die folgenden sieben Jahrzehnte verblieb sie unerkannt im Toraschrein der Amberger Synagoge. 2015 entdeckte Elias Dray, der Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg, im Toraschrein der Amberger Synagoge die Sulzbacher Torarolle, die er nur aufgrund der Jahreszahl als eine historisch wertvolle Handschrift erkannte. Da die Tora durch den langen Gebrauch und die jahrzehntelange Lagerung abgenutzt und die Schrift stark verblichen war, galt sie nicht mehr als koscher und konnte nicht mehr rituell genutzt werden. Später wurde die Restaurierung durch die Kostenübernahme des Bundes tatsächlich ermöglicht und in Israel restauriert. Auch die jüdischen Feiertage erklärte Herr Speil und beantwortete die vielen Fragen, die von den Besuchern gestellt wurden. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es einen weiteren Frage- und Antwort-Abend geben soll und Herr Speil sagte auch bereits für die nächste Gesprächsveranstaltung zu.
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