Florian Speil beim Vortrag in der Synagoge (Bild: Evi Rauch)

Frauenbund zu Besuch in der Synagoge

Der kath. Frauenbund Sulzbach-Rosenberg besuchte die Amberger Synagoge. Florian Speil von der Israelitischen Kultusgemeinde erzählte den Teilnehmern, dass 1294 die jüdische Gemeinde Amberg erstmals schriftlich erwähnt wurde. Im 14. Jahrhundert wohnten jüdische Familien in Amberg in einem jüdischen Viertel in der Umgebung der heutigen Frauenkirche. 1384 wurde eine Synagoge gebaut. In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Amberger Synagoge auf der Straße verbrannt. Die Fenster der Synagoge wurden zugenagelt und sie wurde während des Krieges als Lebensmittellager benutzt. Ab 1990 wuchs die Anzahl der jüdischen Amberger wieder durch Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion. 2007 gehörten 250 Personen zur jüdischen Gemeinde Amberg. Zurzeit sind es 150 Gläubige. Seit 2013 hat die jüdische Gemeinde Amberg einen eigenen Rabbiner, den Amberger Elias Dray. Florian Speil ging weiter auf die Sulzbacher Torarolle ein. Die Torarolle wurde für die Synagoge von Sulzbach auf Pergament geschrieben. Dafür wurden dreißig Tierhäute aneinandergefügt, sodass eine Länge von 24 Metern und eine Höhe von 65 Zentimetern zustande kam. Sulzbach hatte von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein blühendes jüdisches Gemeindeleben. Bis 1851 existierte in der Stadt über fast zwei Jahrhunderte eine der weltweit bedeutendsten hebräischen Buchdruckereien. Tatsächlich konnte der Amberger Rabbiner Leopold Godlewsky die Tora vor der Pogromnacht ins Heimatmuseum der Stadt Amberg in Sicherheit bringen, wo sie den Nationalsozialismus überdauerte. Die folgenden sieben Jahrzehnte verblieb sie unerkannt im Toraschrein der Amberger Synagoge. 2015 entdeckte Elias Dray, der Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg, im Toraschrein der Amberger Synagoge die Sulzbacher Torarolle, die er nur aufgrund der Jahreszahl als eine historisch wertvolle Handschrift erkannte. Da die Tora durch den langen Gebrauch und die jahrzehntelange Lagerung abgenutzt und die Schrift stark verblichen war, galt sie nicht mehr als koscher und konnte nicht mehr rituell genutzt werden. Später wurde die Restaurierung durch die Kostenübernahme des Bundes tatsächlich ermöglicht und in Israel restauriert. Auch die jüdischen Feiertage erklärte Herr Speil und beantwortete die vielen Fragen, die von den Besuchern gestellt wurden. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es einen weiteren Frage- und Antwort-Abend geben soll und Herr Speil sagte auch bereits für die nächste Gesprächsveranstaltung zu.

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