Heimat- und Kulturverein Freudenberg im Überblick

Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg e.V. widmet sich seit 2005 dem kulturellen Leben in Freudenberg, Wutschdorf und der Umgebung. Im Mittelpunkt stehen Brauchtum, Ortsgeschichte und die Frage, wie Erinnerung im Alltag lebendig bleiben kann. Damit ist der Verein weniger auf einzelne Veranstaltungen als auf dauerhafte Kulturarbeit ausgerichtet und bringt Menschen zusammen, die sich für die Geschichte und Identität ihres Ortes interessieren.

Zu seinen Aufgaben gehören die Pflege von Traditionen, die Dokumentation des gesellschaftlichen Lebens und der Aufbau eines umfangreichen Fotoarchivs. Außerdem sammelt der Verein historische Alltagsgegenstände und Dokumente. In der ehemaligen Gemeindekanzlei hat er dafür einen festen Ort geschaffen, an dem lokale Geschichte bewahrt und anschaulich gemacht wird.

Besonders sichtbar ist der Verein durch den Freudenberger Märchenweg. Das Gemeinschaftsprojekt mit der Schönwerth-Gesellschaft erinnert an den Volkskundler Franz Xaver von Schönwerth und greift Motive aus dessen Sammlung auf. Der 2021 eröffnete Weg verbindet Naturerlebnis mit regionaler Erzählkultur und zeigt, wie der Heimat- und Kulturverein Freudenberg e.V. kulturelle Themen in den öffentlichen Raum trägt.

So prägt der Verein das kulturelle Selbstverständnis der Gemeinde auf leise, aber nachhaltige Weise. Wer mehr über Projekte und Hintergründe erfahren möchte, findet Informationen auf der offiziellen Internetseite unter www.freudenberger-maerchenweg.de.

Hier geht es zu den Artikeln des Vereins auf Oberpfalzdaheim.de

Info

Kurzprofil: Heimat- und Kulturverein Freudenberg

  • Verein: Heimat- und Kulturverein Freudenberg e.V.
  • Ort: Freudenberg
  • Kategorie: Heimat- und Kulturverein
  • Gründungsjahr: 2005
  • Schwerpunkte: Brauchtum, Ortsgeschichte, kulturelle Projekte
  • Besonderheit: Freudenberger Märchenweg
  • Website: www.freudenberger-maerchenweg.de

Artikel melden

Hier können Sie diesen Artikel wegen Verstößen melden.

Möchten Sie von uns eine Antwort erhalten?

Dann geben Sie hier bitte Ihre Kontaktdaten an:

* erforderlich

Wie klingt der Dialekt in Freudenberg und Wutschdorf? Um das herauszufinden, haben Forscher der LMU München Tonaufnahmen gemacht. Rechts Magdalena Wank, hinten Prof. Dr. Lars Bülow. (Bild: Amelie Hahn)

Forscher der LMU München auf der Suche nach dem Dialekt in Freudenberg

Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg (HKV) stärkt den Dialekt. Dazu arbeitet der HKV mit dem Lehrstuhl für germanistische Linguistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammen. Prof. Dr. Lars Bülow ist jetzt mit seiner Mitarbeiterin Magdalena Wank nach Freudenberg gekommen, um Tonaufnahmen von Dialektsprechern zu machen. Dabei ging es vor allem darum, wie in der Gegend von Freudenberg und Wutschdorf Relativsätze gebildet werden. Beispiel: Auf einem Kärtchen sind zwei Socken abgebildet, darunter steht: „Von ihnen hat Anna sogar drei Paar.” Wie drücken Dialektsprecher das aus? Das Genitivattribut „Annas Socken“ gibt es im nordbairischen Dialekt nicht, aber jede Menge sehr schöne und treffende Alternativen, wie bei dem Zusammentreffen in der Molzmühle zu hören war. Und das Beispiel „Annas Socken” war nur eines von vielen. Die Tonaufnahmen fließen in eine Studie ein, für die Prof. Bülow durch ganz Altbayern reist. Sein Team nimmt Dialektsprecher an 40 verschiedenen Orten in Ober-, Niederbayern und in der Oberpfalz auf. Freudenberg war die zwölfte Station. Prof. Bülow ist 42 Jahre alt und stammt aus Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Er kennt den nordbairischen Dialekt wahrscheinlich besser, als so manch Oberpfälzer. Bülow hat an der LMU München die Dialekt-App mitentwickelt, mit der Mundartausdrücke und Sprachvariationen gesammelt werden. Jeder ist eingeladen, hier sein Wissen einzubringen. https://dialektapp.bayern
Die Freudenberger Garde ist bereit für die neue Saison. Das ganze Jahr über wird schon trainiert. Jetzt werden dann Kostüme geschneidert. (Bild: Daniela Brunner)

Freudenberger Garde bereitet sich auf die nächste Faschingssaison vor

Die Freudenberger Garde startet wieder durch, jetzt auch mit einer Großen Garde. Seit Ostern trainieren 50 Mädchen und nun auch ein Bub an den neuen Tänzen für den nächsten Fasching. Mit viel Training, Fleiß, Humor und jeder Menge Spaß studieren gerade die Bambinigarde, die Kindergarde, die Jugendgarde und nun auch die Prinzengarde ihre neuen Tänze ein. Die Bambinigarde mit 14 Anfängerinnen hat ein neues Schautanz-Thema. Das Thema wird aber erst zu Faschingsbeginn verraten. Die je 14 Mädchen der Kinder- und Jugendgarde üben gerade fleißig neue Marsch- und Showtänze. Besonders freut sich der Heimat- und Kulturverein, dass es nun, im 18. Jahr des Bestehens der Garde und im 9. Jahr unter der Leitung von Daniela Brunner, erstmals eine Prinzengarde gibt. Leiterin Daniela Brunner wird von ihrem Team mit Marinna Daubenmerkl, Uschi Klein, Manuela Wiesnet, Jana Schneckenhaus, Elisabeth Strobl, Sabina Lang und Franziska Bodensteiner unterstützt. Der Sommer war begleitet von Sommerauftritten, Trainingswochenende mit Lagerfeuer und der Teilnahme am Jugendtag des Landesverbands ostbayerischer Faschingsgesellschaften sowie einem Zeltlager. Der Herbst steht jetzt ganz im Zeichen der Kostüme. 37 Marschkostüme und über 45 Showkostüme entstehen in den nächsten drei Monaten. Dafür werden auch Sponsoren gesucht. Los geht's dann im nächsten Jahr in eine äußerst kurze Faschingssaison. Am 16. Januar 2027 ist der Faschingsauftakt im Gasthaus Dotzler, der Freudenberger Faschingszug ist schon am 9. Februar 2027.
Beim Aufstellen (und weil Kirwamontag war) wurde das Heimatkino an seinem neuen Standort sogar ein bisschen geschmückt. (Bild: Ines Filipovic)

Vom Johannisberg nach Hötzelsdorf: Neuer Platz für das Heimatkino

Das Heimatkino in Freudenberg hat einen neuen Platz. Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Freudenberg haben den Holzrahmen am Johannisberg abgebaut und beim Wasserhochbehälter in Hötzelsdorf wieder aufgestellt. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf Freudenberg, Wutschdorf und den Johannisberg. Beim Heimatkino steht auch wieder eine Sitzbank, die Spaziergänger zum verweilen einlädt. Am bisherigen Standort am Johannisberg soll bis zum nächsten Frühjahr eine Aussichtsplattform errichtet werden. Der HKV hat das Projekt angstoßen und sich um die Finanzierung gekümmert. Mit Unterstützung eines Förderprogramms der Europäischen Union (EU) und großzügigen privaten Spenden ist es gelungen, die Kosten zu decken. Die Plattform, die „Keltenlauer” heißen soll, entsteht genau dort, wo die Bewohner des spätbronzezeitlichen Ringwalls am Johannisberg ihren Spähposten Richtung Fensterbachtal hatten. Außerdem kann an dieser Stelle die spannende Geschichte des Hussengrabens erzählt werden. Flora und Fauna werden dort besonders zu beobachten sein, weil direkt an dieser Stelle die Natur nach dem Waldbrand zu neuem Leben erwacht. Von der „Keltenlauer” aus kann man die Kreuzbergkirche in Schwandorf sehen, den Jugenberg bei Nittenau, Pittersberg und den Turm der Bruder-Konrad-Kirche in Ebermannsdorf und sogar die Windräder südlich des Truppenübungsplatzes Hohenfels.
Der Eichenhain mit den zwölf Sternen in der Mitte ist zu einem Begegnungsort geworden. (Bild: Roswitha Zeitler)

Warum der Stier und der Sternenkranz für Europa stehen

Sehr gut besucht war der Ausflug des Heimat- und Kulturvereins Freudenberg nach Etsdorf. Zuerst stand der Besuch der Helme-Heine-Ausstellung im Europa-Museum auf dem Programm. Der berühmte Grafiker und Kinderbuchautor Helme Heine (verstorben im November 2025) hat extra für das Europa-Museum Zeichnungen angefertigt, die sich mit dem Zusammenwachsen des Kontinents und Europas Stellung in der Welt beschäftigen. Dabei griff er auf die Symbolik der Tiere zurück, die für die Weltteile stehen: für Europa verwendete er den Stier, für die USA den Adler, für Russland den Bären und für China den Drachen. Der Stier hat es in Helme Heines Zeichnungen nicht immer leicht. Für so manches andere Wappentier ist er nichts anderes als Freiwild oder Beute. Trotzdem besteht der Stier, er ist einerseits friedliebend und flößt andererseits Respekt ein. Auch um die Symbolik der Europfahne ging es. Die zwölf goldenen Sterne auf blauem Grund haben ihren Ursrprung in der Darstellung der Gottesmutter Maria mit dem Sternenkranz. Durch die Führung führten Wilhelm Koch und Uli Piehler. Anschließend fuhren die Teilnehmer hinauf zum Europa-Tempel. In der Abendsonne kam das Baukunstwerk besonders schön zur Geltung. Die zwölf blauen Sterne in der Mitte des Eichenhains luden zum Verweilen ein. Hier erzählte Wilhelm Koch, wofür dieser Ort in der Mitte Europas steht: für Frieden, Freiheit und Demokratie, für Einheit in Vielfalt und für das Miteinander der Menschen aus allen europäischen Ländern.
Der Duft von frisch gebackenem Brot zog durch Wutschdorf, das freute viele Gäste aus Nah und Fern. (Bild: Ina Piehler)

Backofenfest in der Molzmühle wieder eine rundum gelungene Sache

Am Feiertag Christi Himmelfahrt hat der Heimat- und Kulturverein (HKV) Freudenberg wieder sein Backofenfest gefeiert. Schon am frühen Morgen schürte das Helferteam des HKV den Backofen im historischen Molzmühl-Anwesen in Wutschdorf an. Um 9 Uhr schossen Martin Wiederer und Sebastian Schwarz die ersten 50 Teiglinge ein. Dieser Vorgang wiederholte sich gegen 11 und gegen 14 Uhr, so dass der Backofen den ganzen Tag über in Betrieb war. Immer, wenn die frischen Brote aus dem Ofen geholt worden sind, nutzten die Helfer die Restwärme, um noch Zwiebelkuchen zu backen. Heuer spielte das Wetter nicht ganz so mit, es war relativ kühl und regnete mehrmals zwischendurch. Daher suchten sich viele Gäste in den Innenräumen der Mühle Platz. Dort wurde es Stunde für Stunde gemütlicher, auch weil Gerhard „Bifi” Köbler zusammen mit etlichen anderen Musikanten aus dem Dorf und der Umgebung Musik machte. Jung und Alt kam da zusammen, um gemeinsam zu singen. Im Hintergrund trugen viele Mitglieder des Vereins zum Gelingen bei, insbesondere die Mädchen aus der Garde. Die Frauen Union Freudenberg wartete mit einem reich bestückten Kuchenbuffet auf. Schön war auch, dass viele andere Vereine ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachten, von der KLJB über die Kirwaburschen, die Bauernbühne bis hin zum Lintacher Dorf- und Kulturverein. Besonderer Dank gilt der Bäckerei Ries, den Nachbarn der Molzmühle für das entgegengebrachte Wohlwollen und dem Eigentümer des Anwesens, Martin Nagler, für die Unterstützung.
Das Bild zeigt eine Schulklasse 1948 in Wutschdorf. Rechts hinten die Lehrerin Charlotte Heidrich. (Bild: Karl Männer)

Zeitdokument beim Kulturverein: Aus dem Tagebuch einer Dorfschullehrerin

Was hat eine Dorfschullehrerin um das Jahr 1950 in Wutschdorf erlebt? Charlotte Heidrich - damals 28 Jahre alt - hat es aufgeschrieben. Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg stellte jetzt das „Tagebuch einer Dorfschullehrerin” vor, die Aufzeichnungen von Charlotte Heidrich. Sie hat vor 75 Jahren notiert, was ihr in diesem Dorf aufgefallen ist, hat die Menschen porträtiert, denen sie begegnet ist, Bräuche und Dorftratsch aufgeschrieben. „Es ist ein Zeitdokument”, sagte HKV-Vorsitzender Uli Piehler bei einem kurzen Vortrag, der Fotos aus dieser Zeit und vertonte Ausschnitte aus dem Tagebuch enthielt. Charlotte Heidrich war alleinstehend und fremd im Dorf. Sie wurde am, 13. Februar 1923 in Leitmeritz an der Elbe (heute Litomerice) im Sudetenland (Tschechien) geboren. Sie sollte die Eisenwarenhandlung ihres Vaters übernehmen, studierte bis 1945 Wirtschaftswissenschaften in Prag. Am 21. Juni 1945 wurden sie vertrieben. Familie Heidrich flüchtete nach Bayern und landete in Amberg. An einem Baum in Amberg hing ein Plakat „Ausbildung zur Volksschullehrerin“. Nach einem Jahr Ausbildung erhielt sie 1948 ihre erste Stelle in Wutschdorf. Beim „Langerwieser” bezog sie ein Zimmer, drei mal zwei Meter groß, neben der Küche. Sie war bis 1951 in Wutschdorf. Die Dorfschullehrerin berichtet, wie schwer es ihr fiel, zu akzeptieren, dass die Kinder eher zum Kühe-Hüten geschickt wurden, als in den Unterricht. Sie beschreibt eine Fronleichnamsprozession und ihre einzelnen Teilnehmer, erzählt von Festen und Feiern im Dorf und von verschiedenen Bräuchen. Auch Sagen, die ihr die alte „Langerwieserin” erzählt hat, hat sie aufgeschrieben. Der Vortrag war gut besucht, eine Wiederholung wurde angeregt.
north