Diese Führung hatte einen ganz besonderen Anlass: Die Töchter von Herrn Prof. Dr. med. Helmut Lindner organisierten sie als Geschenk zu seinem 80. Geburtstag. Da er in Kemnath geboren wurde, war dieser Rundgang nicht nur eine historische Entdeckungstour, sondern auch eine sehr persönliche Reise in seine Vergangenheit.
Ein besonders bewegender Moment war gleich zu Beginn der Führung: Lindner wurde in der Knabenschule geboren – genau dort startete auch der Rundgang mit einer kurzen Besichtigung der „Knabenschule“, dem heutigen Pfarrheim. Dieser Ort bildete einen passenden und emotionalen Einstieg.
Von dort ging die Route weiter in die Innenstadt. Vorbei am Apfelwirt, am Kloster, dem Haus der Pinzerbäckn, den Fleischbänken und an der Stadtpfarrkirche. Dies gab einen lebendigen Eindruck vom historischen Kern der schönen Stadt. Auch Stationen wie das frühere Finanzamt (Polizei) und Landratsamt (Stadtverwaltung) zeigten, wie sich das öffentliche und alltägliche Leben in Kemnath über die Jahre entwickelt hat.
Ein weiterer Abschnitt der Führung führte vom Amtsgericht aus in die Trautenbergstraße. Dort ging es vorbei am ehemaligen Lenzbräu, dem heutigen Familienzentrum, sowie am alten Rathaus und dem früheren Kino. Gerade diese Orte machten deutlich, wie sehr sich die Stadt im Laufe der Zeit gewandelt hat und dennoch ihre Geschichte bewahrt.
Die Stadtführung wurde von Liane Preininger vom HAK durchgeführt, die mit großem Engagement und viel Gespür für die persönlichen Hintergründe durch den Rundgang führte. Ihre lebendigen Erzählungen und anschaulichen Anekdoten machten die Geschichte Kemnaths für die Eheleute Lindner, die beiden Töchter sowie Enkelsöhne und Schwiegersohn greifbar.
Neben den historischen Fakten war die Führung insgesamt geprägt von persönlichen Erinnerungen und kleinen Geschichten, die den Rundgang besonders eindrucksvoll machten. Für Prof. Dr. med. Lindner war es sichtlich eine bewegende Erfahrung, an den Ort seiner frühen Jahre zurückzukehren.
Der Lebensweg von Prof. Dr. med. Lindner führte von seiner Geburtsstadt Kemnath nach Weiden, nach Passau, nach München an die TU und schließlich nach Ingolstadt. Dort war er bis zu seinem Ruhestand als Chefarzt im Klinikum und Leiter der Strahlentherapie tätig.
So wurde die Stadtführung durch Kemnath zu weit mehr als einem gewöhnlichen Rundgang: Sie verband auf besondere Weise Stadtgeschichte mit persönlichem Lebensweg – ein rundum gelungenes und sehr persönliches Geburtstagsgeschenk.