Mit einem Sommerstammtisch bedankte sich die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt Amberg bei den ehrenamtlich engagierten Selbsthilfeaktiven aus Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Organisiert wurde die Veranstaltung von Kerstin Bauer und Christian Struzyna. Ziel des Treffens war es, den zahlreichen Ehrenamtlichen Anerkennung für ihren Einsatz in den Selbsthilfegruppen auszusprechen und gleichzeitig Raum für Austausch und Vernetzung zu schaffen.
38 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Insgesamt gibt es in Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach rund 70 Selbsthilfegruppen. Die Gruppen decken ein breites Spektrum an Themen ab – von sozialen Herausforderungen wie Alleinerziehenden oder Pflegefamilien über chronische Erkrankungen wie Krebs, Rheuma oder chronische Schmerzen bis hin zu Behinderung, Suchterkrankungen und psychischen Belastungen.
Seit dem vergangenen Sommerstammtisch konnten mehrere neue Selbsthilfegruppen gegründet werden. Im Bereich chronischer Erkrankungen entstanden Gruppen zu Lipödem/Lymphödem und Endometriose. Im Bereich psychischer Gesundheit kamen die Gruppen „Recoveryhelden“, „Social Steps“ und „Trauer nach Suizid“ hinzu. Die Kontaktstelle begleitete die Initiativen von den ersten Ideen bis zu den ersten Gruppentreffen und unterstützte die Gründenden bei den organisatorischen Schritten.
Wie vielfältig das ehrenamtliche Engagement der Selbsthilfeaktiven ist, zeigt sich auch über die Arbeit in den eigenen Gruppen hinaus. Zehn Ehrenamtliche engagieren sich in einer Arbeitsgruppe für Öffentlichkeitsarbeit. Sie treffen sich rund achtmal im Jahr und entwickeln gemeinsam Ideen, wie der Selbsthilfegedanke und die regionalen Angebote noch bekannter gemacht werden können. Beim 15. Bayerischen Selbsthilfekongress in Amberg unterstützten außerdem 19 Selbsthilfeaktive als freiwillige Helferinnen und Helfer die Durchführung der Veranstaltung. Ein weiteres Beispiel ist die Theatergruppe der Selbsthilfe, in der sich elf Ehrenamtliche engagieren. Nach intensiven Proben konnte die Gruppe bereits zwei Aufführungen realisieren, weitere folgen. Im Rahmen des Sommerstammtisches bedankten sich die Schauspielerinnen und Schauspieler ausdrücklich bei der Rheuma-Liga Sulzbach-Rosenberg, die ihre Räumlichkeiten kostenfrei für die Theaterproben zur Verfügung stellt.
Die hohe Teilnehmerzahl beim Sommerstammtisch machte deutlich, dass die Selbsthilfe in der Region weiterhin wächst und lebendig ist. Viele Gruppen nutzten die Gelegenheit, sich bei der Kontaktstelle für die kontinuierliche Begleitung und Unterstützung zu bedanken. Für Kerstin Bauer bot der Abend zudem die Möglichkeit, Einblicke in die Entwicklungen und aktuellen Themen der einzelnen Gruppen zu gewinnen. Deutlich wurde dabei auch, wie vielfältig das Angebot der Selbsthilfegruppen inzwischen ist. Neben den regelmäßigen Gruppentreffen organisieren viele Gruppen Workshops und Vorträge zu Themen wie Ernährung, Bewegung, Entspannung oder krankheitsspezifischen Fragestellungen – sowohl für die eigenen Mitglieder als auch zunehmend gruppenübergreifend und für die interessierte Öffentlichkeit. Darüber hinaus greifen die Gruppen gesellschaftlich relevante Themen wie den Schutz vor dem Enkeltrick oder die Elektronische Patientenakte auf und bieten hierzu Informationsveranstaltungen an. In den Gesprächen wurde zudem deutlich, dass die Entwicklungen im Gesundheits- und Sozialsystem viele Betroffene und Angehörige derzeit besonders beschäftigen und die Selbsthilfegruppen wichtige Orte des Austauschs, der gegenseitigen Unterstützung, des Mutmachens und der Stärkung sind.
Auch die Referatsleitung für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Amberg, Susanne Augustin, würdigte das Engagement der Selbsthilfeaktiven. In den zahlreichen Gesprächen des Abends konnte sie sich selbst ein Bild davon machen, welchen wertvollen Beitrag die Selbsthilfe für Betroffene, Angehörige und das gesellschaftliche Miteinander leistet. Für Kerstin Bauer ist genau das die Stärke der Selbsthilfe: „Selbsthilfe bedeutet weit mehr als der Austausch über eine Erkrankung oder Lebenssituation. Sie schafft Gemeinschaft, vermittelt Wissen, macht Mut und gibt Menschen die Kraft, ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten. Dieses Engagement verdient große Anerkennung.“