Ein Trio mit 2 Posaunen und Piano ist schon ungewöhnlich. Erst in neuerer Zeit wurde Originalliteratur für diese Besetzung geschrieben. Die jungen Musiker begannen daher mit einer Bearbeitung des Duetts „Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten“ von Johann Sebastian Bach (aus BWV 78). „Posaunen werden in der Musik oft stellvertretend für menschliche Stimmen verwendet“, sagte Ann-Catherina Strehmel (Tenorposaune) dazu.
Das wurde noch deutlicher bei „Vox Gabrieli“ für Posaune und Klavier von Stjepan Šulek. Strehmel spielte den Erzengel sehr dynamisch, ließ dabei aber auch Raum für ihre Partnerin Jung Eun Séverine Kim, die am Steinway-Flügel impressionistische Klangteppiche legte, auf denen die Posaune majestätisch voranschritt.
Um den Posaunisten Zeit für die Erholung ihrer Lippen zu geben, spielte Kim vier Fantasiestücke op. 12 von Robert Schumann. Der „Aufschwung“ war sehr dramatisch, während die „Grillen“ neckisch durch den Saal hüpften. Hier konnte Kim ihre virtuose Emotionalität zeigen, die sie schon in jungen Jahren zu einer weltweit gefragten Solistin gemacht hat.
In zwei selten gespielten Filmmusiken von Dmitri Schostakowitsch zeigten die drei Musiker bei Parallelführungen und ständigen Tempowechseln ihr herausragendes Zusammenspiel. Einer Rückkehr ins 17. Jahrhundert mit der spielerischen „Sonata nona per doi tromboni grossi“ von Biagio Marini folgte eine Reihe von Klassikern der modernen Bläser-Literatur. Leonard Kutsch brillierte bei Steven Verhelsts „Devils Waltz“ mit komplexen Rhythmen und führte die dunkle Klangwelt der Bassposaune vor in Alexej Lebedjews Konzert No. 1.
Die liebliche, lyrische Seite seines Instruments konnte Kutsch bei einem Trio von Eric Ewazen und vor allem Jan Sandströms „A Christian Song“ zeigen. Und nach dem verdienten Schlussapplaus konnten die Zuhörer Irving Berlins „Puttin’ on the Ritz“ als heiteren Abschluss der Konzertsaison 2025/26 genießen. Das Programm der nächsten Saison wird ab Oktober 2026 wieder neue Höhepunkte bieten.