Pfarrversammlung 2026: Beeindruckende Bilanz nach dem Millionenprojekt Kinderhaus und ein hoffnungsvoller Blick nach vorn.
Zu ihrer diesjährigen Pfarrversammlung lud die katholische Pfarrei Sankt Ägidius ein, um gemeinsam auf ein ereignisreiches Jahr zurückzublicken. In den Berichten von Pater Anish George, der stellvertretenden Pfarrgemeinderatssprecherin Daniela Würstl und Kirchenpfleger Stefan Kausler wurde deutlich: Trotz gesellschaftlicher Umbrüche blickt die Pfarrei auf ein Jahr der Rekorde und der tiefen spirituellen Verwurzelung zurück. Glaube als Antwort auf eine verwundete Welt Den Auftakt bildete eine meditative Ansprache von Pater Anish George. Er betonte, dass die Kirche weit mehr als eine Institution oder ein Gebäude sei: „Kirche sind wir alle.” Er rief dazu auf, den Glauben gerade in unsicheren Zeiten als Quelle der Hoffnung zu begreifen und dankte den vielen Ehrenamtlichen, deren Einsatz das Fundament der Gemeinschaft bildet. Die stellvertretende Pfarrgemeinderatssprecherin Daniela Würstl vertiefte diesen Gedanken. Sie blickte auf eine „tief verwundete Welt” und nannte explizit die Krisenherde in der Ukraine, im Iran und in Israel. In Zeiten, in denen das Gefüge des Friedens brüchig werde, müsse die Kirche ein Ort des Halts sein. Sie bezeichnete Sankt Ägidius als eine „Werkstatt für die Zukunft”, in der Versöhnung und Gemeinschaft aktiv gelebt werden. Das Jahr 2025 in Zahlen und Ereignissen Daniela Würstl präsentierte zudem die Statistik und den Rückblick auf das vergangene Jahr: • Mitglieder & Sakramente: Die Pfarrei zählt aktuell 1.139 Katholiken. Im Jahr 2025 wurden 13 Kinder getauft, 6 feierten Erstkommunion und 25 Jugendliche empfingen die Firmung. Dem standen 32 Todesfälle gegenüber, darunter der schmerzliche Abschied von Monsignore Harald Scharf im April. • Gelebtes Gemeindeleben: Von den Sternsingern über die feierlichen Roratemessen bis hin zu den traditionellen Bittgängen nach Grünlas, Schwarzenreuth und Hermannsreuth war das Jahr dicht gefüllt. Ein kultureller Höhepunkt war das 20-jährige Jubiläum des Chores „Aufwind”. Das Kinderhaus St. Josef: Ein moderner Kraftakt für die Zukunft Kirchenpfleger Stefan Kausler legte die Details zum prägenden Projekt des Jahres 2025 dar: der Generalsanierung des Kinderhauses St. Josef. Mit einem Gesamtvolumen von 2.624.411 Euro wurde hier eine zukunftsorientierte Bildungsstätte geschaffen. Pädagogik und Innovation: Die Maßnahmen umfassten sämtliche Gruppenräume sowie den gesamten Innen- und Außenbereich. Besonders hervorzuheben sind der neue Bewegungsraum sowie das Bistro, das den Kindern eine angenehme Atmosphäre beim Essen bietet und die Gruppenräume für das pädagogische Spiel entlastet. Neue Personal- und Therapieräume ermöglichen zudem Logo- und Ergotherapie direkt vor Ort. Energetisches Vorzeigeprojekt: Technisch wurde das Gebäude zukunftssicher aufgestellt: Zwei Wärmepumpen und eine 30 kW PV-Anlage sorgen für nachhaltige Energie. Ein Highlight ist die neue Deckenheizung, die im Winter wärmt und im Sommer aktiv kühlt. Die Finanzierung auf breiten Schultern: • Regierung der Oberpfalz: 1.500.000 € • Gemeinde Ebnath: 515.444 € • Diözese Regensburg: 415.984 € • Kirchenstiftung Ebnath: 192.983 € Die feierliche Einweihung am 28. September bildete den würdigen Abschluss. Hierzu konnte die Pfarrei den hochwürdigsten Herrn Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Staatssekretär Martin Schöffel und den Vizepräsidenten des bayerischen Landtags, Tobias Reiß, begrüßen. Kausler dankte besonders der Gemeinde Ebnath für die außergewöhnliche Unterstützung bei diesem Projekt. Solide Finanzlage und Ausblick 2026 In seinem Kassenbericht konnte Stefan Kausler auf eine insgesamt stabile finanzielle Grundlage der Pfarrei verweisen. Trotz der allgemeinen Preissteigerungen und der erheblichen laufenden Kosten für Energie und den Unterhalt der kirchlichen Gebäude steht die Kirchenstiftung auf einem soliden Fundament. Die Ausgaben konnten durch Kollekten, Kirchgelder und insbesondere durch erwirtschaftete Zinseinnahmen gedeckt werden. Für das Jahr 2026 steht die Nachhaltigkeit weiter im Fokus: Die Pfarrei prüft derzeit intensiv den Anschluss der Pfarrkirche Sankt Ägidius und des Pfarrgemeindehauses an das geplante kommunale Fernwärmenetz, um sich langfristig von fossilen Energieträgern zu verabschieden. Dank an die Gemeinschaft Die Versammlung schloss mit einem herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer. Ob im Vordergrund oder im Stillen – der gemeinschaftliche Einsatz vieler Hände sei das Fundament, auf dem die Zukunft der Pfarrei Sankt Ägidius ruhe. In einer Zeit, in der das Ehrenamt keine Selbstverständlichkeit mehr ist, mache dieser Zusammenhalt die Verantwortlichen zutiefst dankbar.