Das AWO Ü50-Café startete mit einem besonderen Vortrag ins neue Jahr 2026. Im Mehrgenerationentreff Am Sandradl 20 begrüßte der AWO-Vorsitzende Michael Welnhofer zahlreiche Gäste und kündigte ein ebenso traditionsreiches wie spannendes Thema an: „Sagen aus der Oberpfalz“. Als Referent konnte der Kreisheimatpfleger Gottfried Berger gewonnen werden, der die Zuhörer auf eine Reise in die geheimnisvolle Welt regionaler Überlieferungen mitnahm. In der Oberpfalz existiert eine große Zahl an Sagen, deren Ursprünge teils weit zurückreichen. Viele dieser Erzählungen entstanden aus frühen, oft heidnischen Naturvorstellungen rund um Wälder, Quellen, Berge und Naturgewalten. Über Generationen hinweg wurden sie mündlich weitergegeben und entwickelten dabei unterschiedliche Fassungen. Inhaltlich ähneln sich die Geschichten bis heute: Geister, Zwerge, Teufel, verborgene Schätze, Hexen und wundersame Begebenheiten prägen die Sagenlandschaft der Region. Besonders in der Umgebung von Oberviechtach, Thanstein und im Schwarzachtal ranken sich zahlreiche Erzählungen um den Teufel. Irrlichter im Murach- und Schwarzachtal sollen Wanderer in die Irre geführt haben, während Waldmännlein und Waldweiber im Böhmerwald den Holzfällern das Leben schwer machten. In Oberviechtach sind zudem die Schrazel im Schießkeller bekannt, ebenso wie viele Sagen rund um die Burg Haus Murach und das sagenumwobene Sattelroß an der Kreisstraße SAD 40.
Berger betonte, dass Sagen nicht nur der Unterhaltung dienten, sondern häufig auch der Erziehung oder Abschreckung. Erzählt wurden sie meist in der dunklen Jahreszeit. Zum Abschluss regte der Referent mit der Frage an, wie Sagen in einer digitalen Zukunft entstehen und weitergegeben werden könnten – ein Gedanke, der noch lange nachwirkte.