Mit zwei Schulbussen sind die Kinder der dritten Jahrgangsstufe am Montagmorgen in das Forstrevier Mitterteich I. gekommen. Dort empfingen sie Förster der Bayerischen Staatsforsten sowie der Bayerischen Forstverwaltung. Sie verteilten die Schüler klassenweise auf fünf Stationen. „Es geht darum, den Wald mit seinen verschiedenen Facetten und Funktionen kennenzulernen”, sagte Revierleiterin Johanna Hauke. „Die Kinder sollen einen Bezug zum Wald bekommen, um ihn zu beschützen. Das geht schon mit kleinen Dingen los.” Mit Becherlupen fingen die Drittklässler verschiedene Insekten, bauten gemeinsam eine Totholzhecke als Lebensraum für Tiere und lernten bei einem kreativen Spiegelgang die Baumkronen aus einem anderen Blickwinkel kennen. Bereits im vergangenen Herbst waren die Schüler in dem explizit als Schulwald ausgewiesenen Forst, um Bäume zu pflanzen. Jetzt konnten sie sehen, was seitdem passiert ist. Johanna Hauke hält die Aufgabe der Waldpädagogik für sehr sinnvoll: „Es ist die Generation von Morgen.” Die Revierleiterin vermutet, was die Konrektorin der Grundschule, Gabriele Stock, vor Ort bestätigt: „Wir merken, dass viele Kinder überhaupt nicht mehr mit der Natur in Verbindung kommen. Ich glaube, dass Viele mit den Eltern noch nie im Wald waren.”
Darum seien Tage wie dieser ein echter Lichtblick. Laut der Försterin seien Schüler seit Beginn des Schulwalds eigenständig mit ihren Eltern hierhergekommen, um nachzusehen, ob der eigens gepflanzte Baum noch steht: „Diese Selbstwirksamkeit ist ein Ansporn, mal wieder öfter in den Wald zu gehen.” Rund zehnmal pro Jahr bietet Johanna Hauke in ihrem Revier Führungen für Schulklassen an.