Veröffentlicht am 07.07.2026 14:17

Reisen nach Böhmen – Manfred Berndt legt sein Buch über die Grenzöffnung neu auf

von Thomas Sporrer

Autor Manfred Berndt stellt sein Buch im Historischen Arbeitskreis in Tirschenreuth vor. Das fast 30 Jahre alte Werk hat er aktuell neu aufgelegt, es beschreibt die Zeit der Wende bis ins Jahr 2000.  (Bild: Thomas Sporrer)
Autor Manfred Berndt stellt sein Buch im Historischen Arbeitskreis in Tirschenreuth vor. Das fast 30 Jahre alte Werk hat er aktuell neu aufgelegt, es beschreibt die Zeit der Wende bis ins Jahr 2000. (Bild: Thomas Sporrer)
Autor Manfred Berndt stellt sein Buch im Historischen Arbeitskreis in Tirschenreuth vor. Das fast 30 Jahre alte Werk hat er aktuell neu aufgelegt, es beschreibt die Zeit der Wende bis ins Jahr 2000. (Bild: Thomas Sporrer)

Vor fast 30 Jahren veröffentlichte Manfred Berndt seine „Reisen nach Böhmen“, wo er literarisch seine Erlebnisse rund um die Grenzöffnung im Landkreis Tirschenreuth festhielt. Er stellte das jetzt neu aufgelegte Buch im Hist. Arbeitskreis in Tirschenreuth vor.

Das Buch ist ein Dokument persönlicher Erfahrungen in einer Zeit weltgeschichtlicher Dimension, die Anfang der 90er Jahre das Stiftland hautnah miterleben durften. Die Grenze zum Osten fiel, Mähring öffnete am 1. Mai 1990 erst zur Probe, dann ab Juli 1990 auf Dauer seinen Grenzübergang und man durfte rüber in die Tschechei reisen.
Manfred Bernd führt uns in seinem Buch zurück in diese Zeit, als man zwar brav anstehen musste, aber dann zu Fuß, mit dem Rad und später auch mit dem Auto einfach mal nach Marienbad fahren konnte.
Zunächst dem Nachbarn skeptisch gegenüber eingestellt, knüpfte er 1990 doch Beziehungen zu Böhmen, lernt viele Menschen kennen, Politiker, Ärzte, Jäger, Mechaniker, einfache Leute, aber auch kommunistische Bürgermeister. „Die meisten waren unheimlich angenehme Menschen”, so der Redner.
Er schildert in seinem Buch einfache Geschichten, die er tatsächlich auch erlebt hat, zum Beispiel im Krankenhaus, beim Autokauf, auf der Hirschjagd, oder in der Apotheke, bevorzugt in Marienbad.
Manfred Bernd war zu der Zeit unterwegs als Privatmann, aber auch als Fahrer einer Tirschenreuther Firma. An der Grenze hat er dabei viel erlebet, so wurden die Anforderungen durch den tschechischen Zoll oft wöchentlich geändert. Dabei landete er und einige tausend Knöpfe schon mal in der Arrestzelle der Zollstation, weil er neu geforderte Papier nicht dabei hatte. „Aber nur bis 17 Uhr hab ich den Zöllnern gesagt, dann hab ich Feierabend und geh nach Hause, morgen früh komm ich wieder“, schildert Manfred Berndt diese zunächst knifflige Situation. „Die waren so verdutzt, dass sie mich tatsächlich gehen ließen, nur die Knöpfe mussten bleiben“. Am Tag drauf sei er mit den erforderlichen Papieren wieder angereist und alle seine Knöpfe durften mit ihm die Weiterreise antreten.
Warum es das Buch nach 25 Jahren nochmal auflege? „Damals hatte in Tirschenreuth niemand Interesse“, so der Autor. Mit der Neuauflage hofft Berndt, auf mehr Resonanz zu stoßen als 1997. Das Büchlein kostet 10 Euro und ist beim Autor in Tirschenreuth und im Bücherhaus Rode zu erwerben.

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