Am 17. und 18. Januar 2026 fanden im Haus Johannisthal die traditionellen Männerbildungstage statt, an denen sich auch eine kleine Gruppe der Marianischen Männerkongregation Pfreimd beteiligte. Nach einem Willkommenskaffee begann das Programm mit dem Vortrag „Fritz Gerlich – Lichtgestalt in dunkler Zeit“. Referent war Domvikar Dr. Christian Schulz, Leiter der Männerseelsorge im Bistum Regensburg.
Dr. Schulz zeichnete ein eindrucksvolles Bild des Journalisten und Archivars Fritz Gerlich, der von 1931 bis zu seiner Verhaftung 1933 publizistischen Widerstand gegen Adolf Hitler und den Nationalsozialismus leistete. Er ordnete Gerlichs Lebensweg in die Umbruchszeit des späten 19. Jahrhunderts ein und skizzierte seinen politischen Wandel: vom protestantischen Linksliberalen über eine nationalkonservative Phase hin zu einem entschiedenen Gegner des NS-Regimes. Gerlich wurde als kantige, zugleich aber freundschaftsfähige Persönlichkeit beschrieben, die Kritik am Antisemitismus übte und ihre Überzeugungen offen vertrat.
Ein zentraler Punkt war Gerlichs innere Umkehr durch die Begegnung mit Therese Neumann, genannt Resl von Konnersreuth, die zu seiner Konversion zum Katholizismus 1931 beitrug. Sein Glaube prägte fortan sein ethisches Handeln und seine kompromisslose Haltung gegen Unwahrheit und Unterdrückung.
Nach dem Abendlob bot sich mit „Katholisch unterwegs“ Raum für Austausch über Glauben und Leben. Dr. Schulz sprach über Freiheit, pastorale Herausforderungen und die geplanten Pfarreizusammenlegungen im Bistum Regensburg bis 2034.
Am zweiten Tag vertieften die Teilnehmenden Gerlichs Weg zum Gegner der NS-Bewegung. Zudem informierte der Referent über das 2017 eröffnete Seligsprechungsverfahren aufgrund seines Martyriums im ehemaligen KZ Dachau. Nach der Sonntagseucharistie und einem gemeinsamen Mittagessen endeten die Bildungstage mit einem stärkenden Anstoß für Glaube und Verantwortung.