Es sind vermeintlich banale Dinge, die das Los von Menschen erleichtern können. So wie sogenannte Dauerkalender für die Demenzpflege. Über 25 Exemplare verfügt seit Kurzem die Akutgeriatrie am Krankenhaus Tirschenreuth. Die Anschaffung hat eine Spende von „Lichtblicke” e. V. in Höhe von 1000 Euro möglich gemacht.
„Lichtblicke”-Vorsitzende Viola Vogelsang war zur Scheckübergabe in die Kreisstadt gekommen. Akutgeriatrie-Chefarzt Dr. Josef Pova, Pflegedienstleiterin Nadine Zeis und Stationsleiterin Stefanie Sieber erklärten Funktionsweise und Hintergrund der Dauerkalender.
In Großschrift werden dort auf einer Tafel täglich Datum, Wochentag und Jahr angezeigt. Zusätzlich illustrieren Bilderkarten die Jahreszeit, die gerade herrscht. Was selbstverständlich klingt, ist es für demente Menschen oft nicht. Welcher Tag ist heute? Ist das Wochenende schon vorbei? Mit solchen Fragen sind Menschen auf Stationszimmern oftmals allein. „Die Kalender geben kognitiv eingeschränkten Patientinnen und Patienten ein Stück Sicherheit”, sagt Nadine Zeis.
Diese Sicherheit ist nicht zu unterschätzen, ergänzt Dr. Pova. „Wenn demente Menschen Stress empfinden, verfallen sie oft ins Delir, was man schwerer kontrollieren kann.” Die neuen Dauerkalender böten im Alltag Orientierung und ersparten somit indirekt die eine oder andere Tablette. Denn allein schon die räumliche Veränderung zwischen häuslichem Umfeld, Pflegeheim und Krankenhaus sei für viele Betroffene eine Belastung.
Für die aufmerksame Spendengeste dankten die Verantwortlichen für die Demenzpflege Viola Vogelsang herzlich. 23 der Kalender kommen in die jeweiligen Patientenzimmer, einer auf dem Flur und einer in den Aufenthaltsraum am Krankenhaus Tirschenreuth.
„Lichtblicke” unterstützt Menschen in der Nordoberpfalz in schwierigen Lebenssituationen. Dazu zählen etwa Alleinerziehende, Alleinlebende, Senioren und Kranke.