Zurzeit ist der Augustinerpater Ferdinand Bodensteiner aus dem fernen Kongo/Afrika auf Heimaturlaub in Tröbes. Seit 1971 lebt und arbeitet der aus Tröbes/Pfarrei Moosbach stammende Pater Ferdinand in Ndendule/Kongo. Seit 2007 unterstützt der Verein „Missionsbrücke Moosbach – Ndendule, D.R. Kongo e.V.“ die segensreiche Arbeit von Pater Ferdinand im Kongo. Im Januar 2018 wurde zu diesem Zweck offiziell ein Verein gegründet. Eindrucksvoll berichtete der Missionar Pater Ferdinand über die aktuellen Entwicklungen in Ndendule/Kongo. Mitten im Urwald gründete 1980 der Pater das „Ausbildungszentrum für die allgemeine Entwicklung – Centre de formation pour le developpement communautaire“. Neben Schulen, Kindergarten und verschiedenen Werkstätten befindet sich auch eine Krankenstation im Zentrum. Allerdings lag die Krankenstation bisher in staatlicher Hand - nicht gerade zum Vorteil für die einheimische Bevölkerung. Immer wieder schickte der Staat Ärzte nach Ndendule, die nicht nur das Wohl der Einheimischen im Blick hatten. Die Kranken mussten horrende Preise für Behandlungen und Medikamente bezahlen, nicht machbar für Menschen ohne Einkommen. Auch kümmert sich der Staat nicht mehr um die Instandhaltung der Gebäude, so dass die Krankenstation zuletzt in einem katastrophalen Zustand war. So wurde das Projekt „Krankenstation“ für Pater Ferdinand zu einer Herzensangelegenheit. Eindrucksvoll berichtete P. Ferdinand bei der Versammlung der Missionsbrücke über die aktuellen Entwicklungen in Ndendule. Ein Meilenstein war die offizielle Umwandlung der bisherigen Krankenstation in ein eigenständiges Hospital. Dieses wird nun privat geführt und ist nicht mehr vom staatlichen Krankenhaus in Amadi abhängig. Dadurch kann das Personal vor Ort selbst ausgewählt werden, was die Qualität der Versorgung nachhaltig verbessert. Besonders erfreulich ist die Entwicklung einheimischer Fachkräfte. Mit Unterstützung der Missionsbrücke konnte ein junger Mann aus Ndendule eine Ausbildung zum Operateur
absolvieren und arbeitet nun im Hospital. Unterstützung erhält er bei komplexen Eingriffen von einem Arzt aus Poko. Ergänzt wird das Angebot durch seine Partnerin, die als Krankenschwester tätig ist und zusätzlich Handarbeitskurse für Frauen anbietet. Auch drei Augustiner-Schwestern engagieren sich regelmäßig vor Ort – sowohl im medizinischen Bereich als auch im Englischunterricht. Die Privatisierung des Hospitals brachte jedoch auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Gleichzeitig stärkt sie die Eigenverantwortung der Bevölkerung, die sich aktiv an
Instandhaltungs-Maßnahmen beteiligt. Ziel bleibt es, die Behandlungskosten möglichst gering zu halten und notwendige Operationen bei Bedarf vorzufinanzieren.
In der anschließenden Diskussion bekräftigten die Mitglieder bei der Versammlung ihren Willen, das Hospital weiterhin zu unterstützen. Konkrete Maßnahmen, etwa projektbezogene Patenschaften, sollen noch ausgearbeitet werden. Dabei gilt es, die besonderen Bedingungen vor Ort – wie das feuchte Klima oder eingeschränkte Stromkapazitäten – bei künftigen Anschaffungen zu berücksichtigen.
Mit Sorge wurde zudem von Goldgräbergruppen berichtet, die zuletzt mit schwerem Gerät in der Region nach Bodenschätzen suchten und dabei auch vor den Grundstücken der Leute nicht Halt machten. Kurz vor der Versammlung gab es jedoch die positive Nachricht, dass sich diese Gruppen aufgrund ausbleibender Erfolge vorerst zurückgezogen
haben. In ihren Grußworten würdigten sowohl Pfarrer Udo Klösel, als auch Bürgermeister Armin Bulenda das große Engagement des Tröbeser Paters in Ndendule. Sie dankten P. Ferdinand für seinen unermüdlichen Einsatz und wünschten ihm weiterhin viel Kraft für seine wichtige Arbeit. Besonders hervorgehoben wurde die positive Entwicklung des Hospitals, das als bedeutender Fortschritt für die Region angesehen wird. Mit Blick auf das kommende Jahr kündigte der Verein verschiedene Aktionen zur Unterstützung an.