Der Brauch der Kräutersegnung reicht weit in die Geschichte zurück und hat durchaus vorchristliche Wurzeln. Schon seit jeher verspürten die Menschen das Bedürfnis, für das Wachstum und die heilkräftige Wirkung der Kräuter zu danken. Zugleich hofften sie, durch den Segen der Gottheiten deren heilende Kräfte zu stärken. Der christliche Glaube griff diesen Brauch auf. Seit rund 1000 Jahren werden deshalb am Fest Mariä Himmelfahrt, am 15. August, Kräuter gesegnet.
Auch in der Pfarrei St. Vitus Schnaittenbach wird diese Tradition alljährlich gepflegt. Bei strahlendem Sonnenschein feierte Pfarrer Helmut Brügel im Kräutergarten mit vielen Gläubigen einen festlichen Gottesdienst. Der besondere Ort bot dafür einen passenden Rahmen und machte die Verbindung von Glaube, Natur und Schöpfung unmittelbar erlebbar. Musikalisch umrahmten die „Blechernen Saitn“ den Gottesdienst und sorgten für eine festliche Atmosphäre.
Zum Abschluss segnete Pfarrer Brügel die zahlreichen Kräuterbüschel. Diese waren zuvor vom Obst- und Gartenbauverein gesammelt und aus mindestens sieben verschiedenen Kräutern zu traditionellen Büscheln gebunden worden. Im Anschluss konnten die gesegneten Kräuterbüschel gegen eine Spende erworben werden.
Mit dem Erlös unterstützt der Obst- und Gartenbauverein die Pflege und Bepflanzung der Blumenkästen an der Kirchenmauer. Damit kommt die Kräutersammlung nicht nur einem guten Zweck zugute, sondern trägt zugleich dazu bei, das Ortsbild rund um die Stadtpfarrkirche St. Vitus zu verschönern.
So wurde die Kräutersegnung auch in diesem Jahr zu einem schönen Zeichen gelebter Tradition, des Dankes für die Schöpfung und des Miteinanders in der Pfarrei.