Bei ihrem traditionellen Frühjahrskonzert in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Hohenkemnath zeigte die Musikkapelle Ursensollen unter der Leitung ihres Dirigenten Stefan Neger ihr ganzes Können. Nachdem die Kapelle vor kurzem bei einem Wertungsspiel das Prädikat „mit ausgezeichnetem Erfolg teilgenommen“ erhalten hatte, konnten sich die Zuhörer in der gut gefüllten Kirche davon überzeugen, dass die Auszeichnung zu Recht vergeben wurde. Der Beginn des Konzertes wurde mit „Where eagles soar“ dem majestätischen Weißkopfseeadler gewidmet und entführte die Zuhörer klanglich in den amerikanischen Bundesstaat Maine, wo sie durch die Musik die Weite der Landschaft und die Freiheit sehr gut spüren konnten. Es blieb jedoch nicht bei der friedlichen Stimmung, denn das folgende sinfonische Gedicht „Carthago“ von Anselmo Loretan beschreibt den schicksalshaften Untergang der antiken Stadt, die sich in einem ewigen Streit mit dem alten Rom befand. Die Musiker verstanden es mit dem Dirigenten, ein musikalisches Bild der Kriege, auch mit Hannibals Kriegselefanten, zu zeichnen, sowie den Untergang der Stadt und die Trauer den Zuhörern zu präsentieren. Eine wahre Reise durch die wechselhafte Geschichte der Stadt Carthago. Mit der „Ouverture to a new age“ nahmen der Dirigent und das Orchester das zahlreiche Publikum mit auf eine Reise in ein neues Zeitalter. Festliche Blechbläserfanfaren eröffneten das Stück von Jan de Haan, das in einer strahlenden Coda endete und die Klasse des Orchesters zeigte. Des Weiteren standen die zwei Stücke auf dem Programm, welche die Musiker um Stefan Neger beim Wertungsspiel bereits beeindruckend spielten, „Tarjan“ des französischen Komponisten Thierry Deleruyelle, das die Zuhörer in das unglaublich vielseitige Land Ungarn entführte, und „Arkansas“ von Jacob de Haan, das einen Folk-Song aus dem besagten amerikanischen Bundesstaat als Grundmotiv in drei Sätzen immer wieder anders gestaltet. Beeindruckende Soli und eine sehr präzise Leistung des Orchesters bestätigten die Wertung „mit ausgezeichnetem Erfolg“ des Wertungsspiels. Auch ein Land hoch im Norden kam zu musikalischen Ehren, nämlich Finnland, mit der „Finnish Folk Song Suite“ von Jan von der Roost. Die Ursprünglichkeit der verwendeten Volksmelodien ist im ganzen Stück bewahrt, das Orchester konnte seine Klangfarben besonders herausarbeiten. Nachdem die Zuhörer die Musiker und ihren Dirigenten Stefan Neger mit Standing Ovations zu einer Zugabe überreden konnten, verabschiedete sich das Orchester schwungvoll mit der Filmmusik zu „Pocahontas“. Insgesamt eine überzeugende Leistung der Musiker und ihres Dirigenten bereitet Freude und lässt gespannt sein auf das, was noch kommen wird.