Im Städtischen Kindergarten Kunterbunt in Erbendorf hat das Bildungsprojekt „AckerRacker“ offiziell begonnen. Das bundesweite Programm des Vereins Acker e. V. bringt Kindern auf spielerische Weise den gesamten Weg von Gemüse näher – vom Säen über die Pflege bis hin zur Ernte.
Die Grundidee: Kinder sollen frühzeitig erleben, wie Lebensmittel entstehen, welche Arbeit dahintersteckt und wie eng Natur, Jahreszeiten und Ernährung miteinander verbunden sind. Ziel ist es, Wertschätzung für gesunde Lebensmittel zu entwickeln und gleichzeitig Verantwortung im Umgang mit der Natur zu übernehmen.
Feierlicher Start mit vielen Gästen und Unterstützern
Zum Auftakt begrüßte das Kindergartenteam um Leiterin Sabine Schöpf-Schreiber zahlreiche Gäste aus Elternschaft, Vereinen, Nachbarschaft und Politik. Auch Ackercoach Maria Weber, die das Projekt pädagogisch begleitet, war vor Ort und übernahm die Einführung in die ersten praktischen Schritte.
Der offizielle Start wurde von einer großen Welle an Unterstützung begleitet. Mehrere Firmen und Vereine stellten Material und Pflanzen zur Verfügung. So spendete die Firma Stahlbau Lochner einen Schubkarren sowie Kinderhandschuhe und Spaten. Die Firma Böckl unterstützte mit Handschaufeln, Grubbern und Rechen. Die Gärtnerei Nikol brachte Erdbeerpflanzen ein.
Ein besonderer Dank galt zudem dem Bauhof der Stadt Erbendorf, der den angrenzenden ehemaligen Stromberg-Garten für das Projekt vorbereitet und dort Gemüsebeete angelegt hat.
Ackerbuddys als wichtige Begleiter im Projekt
Eine zentrale Rolle im Projekt übernehmen die sogenannten Ackerbuddys, die die Kinder regelmäßig bei der Gartenarbeit unterstützen. Sie helfen beim Pflanzen, Gießen und Erklären und begleiten die Gruppen durch die gesamte Gartensaison.
Toni Hauer, selbst Kindergarten-Opa, Vorsitzender des Siedlervereins und Ackerbuddy, brachte als Geschenk bunte Gießkannen mit und motivierte die Kinder damit zusätzlich für die Arbeit im Beet.
Auch Lucia Heindl und Brigitte Neumann vom Obst- und Gartenbauverein beteiligen sich am Projekt. Beide sehen darin eine große Chance, Kinder dauerhaft für Natur und Gartenarbeit zu begeistern, und hoffen, dass sich einige später auch der Kindergruppe des Vereins anschließen.
Unterstützung aus der Region und klare Botschaft der Stadt
Bürgermeister Johannes Reger betonte beim Start die Bedeutung des Projekts für die Gesellschaft. In vielen Familien gebe es heute keinen eigenen Gemüsegarten mehr – umso wichtiger sei es, dass Kinder diese Erfahrungen im Kindergarten machen können. Das direkte Arbeiten mit Erde, Pflanzen und Lebensmitteln vermittle Grundlagen, die im Alltag oft verloren gehen.
Erste Pflanzaktion begeistert die Kinder
Nach dem offiziellen Teil ging es direkt praktisch weiter. Auf dem vorbereiteten Gelände im ehemaligen Stromberg-Garten, das unmittelbar an den Kindergarten angrenzt, durften die Kinder erstmals selbst aktiv werden.
Gemeinsam mit Ackercoach Maria Weber säten die Kinder Zuckererbsen in die vorbereiteten Beete. Mit großer Aufmerksamkeit wurde jedes Samenkorn einzeln in die Erde gelegt. Anschließend wurden die Pflanzreihen sorgfältig und ausgiebig gewässert.
Die ersten Ergebnisse werden nicht lange auf sich warten lassen: Bereits nach wenigen Tagen könnten die ersten Keimlinge sichtbar werden.
Ein Projekt über das ganze Gartenjahr hinweg
Das „AckerRacker“-Projekt begleitet die Kinder über mehrere Monate. Im weiteren Verlauf des Jahres werden zusätzliche Beete mit Kartoffeln, Radieschen, Erdbeeren und weiteren heimischen Gemüsesorten bepflanzt.
Geplant ist zudem, die Ernte später gemeinsam zu verarbeiten – etwa durch gemeinsames Essen im Kindergarten, Einkochen oder Einfrieren. So lernen die Kinder nicht nur den Anbau, sondern auch die Weiterverarbeitung von Lebensmitteln kennen.
Das Projekt schafft so in Erbendorf einen Lernort, an dem Kinder mit allen Sinnen entdecken können, wie aus einem kleinen Samenkorn ein vollwertiges Lebensmittel wird.