„Haltbar machen wie zu Omas Zeiten” – unter diesem Motto stand ein besonderer Workshop, zu dem die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Tirschenreuth am 26. Februar 2026 eingeladen hatte. In einer Zeit, in der bewusstes Essen und regionale Vorratshaltung immer wichtiger werden, stieß das Thema Fermentieren auf reges Interesse.
Für die fachkundige Leitung konnte die KAB Christina Preisinger von der Firma Wurzelkraxler aus Selb gewinnen. Die Expertin für traditionelles Handwerk und Naturkost führte die Teilnehmer leidenschaftlich in die Welt der Mikroorganismen ein. Fermentation ist eine Methode, die auf jahrhundertealtem Wissen basiert und heute in modernen Küchen eine regelrechte Renaissance erlebt.
Wie die Teilnehmer lernten, ist Fermentation weit mehr als nur eine Konservierungsmethode. Es handelt sich um einen natürlichen Prozess, bei dem Milchsäurebakterien Zucker und Stärke in wertvolle Säuren umwandeln. Das Ergebnis sind lebendige Lebensmittel, die reich an Probiotika und besonders bekömmlich sind. „Es geht darum, den 'guten' Bakterien optimale Bedingungen zu schaffen und gleichzeitig Fäulnisbakterien fernzuhalten”, erklärte Christina Preisinger.
Nach der Theorie folgte die Praxis: Es wurde geschnippelt, gestampft und geschichtet. Ob klassisches Sauerkraut, bei dem durch kräftiges Kneten der eigene Zellsaft zur Lake wird, oder anderes knackiges Gemüse – die Handgriffe wurden unter Anleitung direkt ausprobiert.
Die Teilnehmer nahmen nicht nur ihre ersten eigenen Fermente im Glas mit nach Hause, sondern auch das nötige Wissen, um Lebensmittel künftig ohne künstliche Konservierungsstoffe, dafür mit viel Handarbeit und biologischem Sachverstand, haltbar zu machen.